weltwechsel 2019: There is no Planet B!

4. November bis 24. November 2019


Die Dokumentation von weltwechsel 2019 findet ihr hier als PDF

Pressemitteilungen: hier
Pressespiegel: hier
Das Programmheft als digitale Version: hier

Wenn ihr an Material von 2019 interessiert seid, schreibt bitte an weltwechsel@eine-welt-mv.de

Alle Veranstaltungen von weltwechsel 2019 findet ihr hier in der Übersicht


Eröffnung Weltwechsel

Hier gibt’s einen kurzen Bericht, visuelle Eindrücke und die Sammlung von Ideen für einen gerechten und leistbaren Klimaschutz.


weltwechsel-Motiv 2019

„Planet Erde im Schatten“

Alle Motive noch einmal in groß in einer PDF: hier


Workshop „Bildsprache“

Hier gibt’s Eindrücke und die Fotodokumentation zum Workshop (PPP).


Abstimmung weltwechsel-Thema 2019

Zur Abstimmung standen im letzten Jahr sieben spannende Themen, die ihr nachfolgend samt Kurztexte noch mal nachlesen könnt.

An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Applaus und Dank für alle Mitwirkenden für ihre Schreibarbeit, das Erstellen der Kurztexte und Beteiligung an der Abstimmung!

Gerechtigkeit
Gerechtigkeit ist vielschichtig. Wird in der westlichen Gesellschaft Gerechtigkeit auf der Grundlage der Menschenrechtserklärung von 1948 betrachtet oder nach Bauchgefühl entschieden? Wie ist das in anderen Regionen der Welt? Geben Religionen ein Fundament für Gerechtigkeit? Was ist eigentlich gerecht? Wann wird Ungerechtigkeit zum Gegenpol zur Gerechtigkeit, zum Anlass von Auseinandersetzungen? Wie kann Geschlechtergerechtigkeit erreicht werden und ist das überall möglich? Verstecken sich hinter Selbstverständlichkeiten vielleicht mehr Ungerechtigkeiten als im großen Ganzen? Wie kann ich dem begegnen? Was kann ich als einzelner Mensch zur globalen Gerechtigkeit beitragen? Welchen Einfluss haben Filterblasen, Fakenews und soziale und kulturelle Bildung auf das Gerechtigkeitsempfinden?

Geschlechtergerechtigkeit
Männlich, weiblich, divers – so lautet die neue Geschlechterordnung in Deutschland. Seit Januar 2019 gibt es hierzulande ein drittes Geschlecht im Geburtenregister und auf amtlichen Formularen. Während wir uns in Deutschland also (erfolgreich?) darum bemühen, Diversität und Gerechtigkeit zu fassen und zu leben, braucht es vor allem international noch starke Stimmen von und für Frauen und Mädchen. Mit dem Nachhaltigkeitsziel fünf der Agenda 2030 wird „Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen“  als Prämisse festgelegt. Bei dem bereits angelaufenen und noch bevorstehenden Prozess einer grundlegenden Transformation zu einem Nachhaltigen Leben auf diesem Planeten, ist die Gleichstellung der Geschlechter für die Nachhaltige Weiterentwicklung von Gesellschaften unverzichtbar. Nur unter den Bedingungen einer Gleichheit des Sprechens, Gehört-Werdens und Entscheidens, kann es zu einem gleichberechtigten Diskurs der Ideen und Möglichkeiten kommen. Lasst uns den vielen weiblichen Stimmen aus dem Globalen Süden auch in M-V ein  Lautsprecher sein! Und uns auf der anderen Seite die vielen Menschen in unserem Land, die für die Prozesse in Deutschland noch kein Verständnis entwickeln konnten, mit auf die Reise in eine geschlechtergerechte Zukunft nehmen.

Grenzen
Sehen wir aus dem All auf unseren blauen Planeten, so sehen wir nur eine Grenze, die schimmernde, zarte Hülle, die Leben verheißt und uns vor dem lebensfeindlichen Dunkel trennt. Wir sehen nichts Trennendes, wir sehen: Wir leben in der Einen Welt. Es gibt weit und breit nichts Vergleichliches. Es gibt keinen Planet B, auf den wir uns retten könnten, wenn wir diese Lebensgrundlage vernichtet haben. Flucht ist nur auf der Erde selbst möglich.  Heranzoomend gibt es aber doch etwas, das Waren aber nicht jeden Menschen durchlässt: Grenzen. Sie werden gesetzt, errichtet, überflogen, untertunnelt, überrannt. Sie markieren Räume für Gesetzgebung, Staatsgewalt, Machtansprüche, Hoheitsgebiete und wirken als geografisches, politisches oder administratives Gebilde im Zeitalter der Globalisierung seltsam absurd.

Heimat
Zuhause oder so …
Oh, geliebte Heimat! Nach Dir sehnt sich mein Herz. – Halt mal, das kannst Du doch nicht so einfach schreiben! Nicht hier! Was meinst Du damit überhaupt? Ist es schlicht das Land, in dem Du geboren wurdest? Ist es das Dorf, in dem Du laufen lerntest? Ist es ein ganzer Kontinent? Kann Heimat vielleicht sogar überall sein? Da wo Du Menschen triffst, mit denen es einfach ohne viele Worte gut ist? Oder ist Heimat da, wo dem höheren Wesen Deiner Wahl gehuldigt wird? Da, wo Deine Sprache geprochen wird oder wo es in den Straßen nach gegrilltem Mais duftet? Vielleicht hast Du Deine Heimat verloren? Durch eine Bombe, einen  Bagger, eine Welle oder weil Du nicht ins gängige Schema passt? Oder hattest Du nie eine Heimat, weil es Dir unmöglich ist, ein Land so zu nennen, das Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat? Wenige Antworten. Noch mehr Fragen. Und viele tiefe Gespräche über das, wonach wir uns sehnen, was aber so schwer zu fassen ist. Findest Du bei weltwechsel  2019.

Klimaschutz
Warum Klimaschutz? Unser Verhalten angesichts des Klimawandels vergleicht der Klimaforscher Prof. Schellnhuber mit einem Mann, der vom Hochhaus springt und kurz vor dem Aufprall sagt: „Bis jetzt ist alles gut gegangen.“ Die Zeit drängt, die Anti-Kohle-Bewegung erhält viel Zuspruch und nun machen die Jugendlichen mit Fridays for Future europaweit mobil. Im November 2019 wir die 25. Klimakonferenz in Chile stattfinden. Die Folgen des Klimawandels treffen die häufig in Armut lebenden Menschen im Süden am stärksten, obwohl sie kaum zu der Krise beigetragen haben. Klimaforscher*innen betonen trotz vielen Rückschlägen, dass das 1,5 Grad Ziel noch möglich sei. Die globalen CO2- Emissionen müssten dafür bis 2030 um rund 45% sinken, und um 2050 bei Null liegen. Wie? Durch einen schnellen und umfassenden Ausstieg aus der fossilen Energie, einer schnelleren Elektrifizierung, durch niedrigeren Energieverbrauch, veränderte Konsum- und Ernährungsmuster und den Schutz und der Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme. In vielen Städten machen sich Schüler*innen auf den Weg, um für Klimaschutz und Gerechtigkeit zu kämpfen. Jetzt ist der Zeitpunkt – suchen wir Partner*innen in unserem Land und machen wir mit!

Nachbarschaft
Was bedeutet Nachbarschaft in einer globalisierten Welt? Wo sind die Grenzen? zur Nächsten Haustür zum Nachbarstadteil, -bundesland, -staat? Existieren Grenzen überhaupt? Wie nah ist meine Chatfreundin in Portugal der der Bekannte aus Westafrika? Weiß ich was das Rentnerpaar von gegenüber wirklich bewegt? Interessiere ich mich aufrichtig für die Sorgen und Ängste der scheuen Familie? Was hält der konservative Geschäftsmann, der es scheinbar immer eilig hat von Geschlechtergerechtigkeit? Was sind Überlegungen der autopendelnden  Menschen aus der Straße zum Thema Klimawandel? Gehen die Schulkinder aus der Gegend auch zu den „Friday for future“- Demos? Ist das Widerstand oder ziviler Ungehorsam oder etwas ganz anderes? Es gibt tausende von Gedanken, die in der Nachbarschaft ihren Ursprung haben und auf anderen Plattformen ausgetragen werden. Doch die Nachbarschaft, das sind wir, Menschen unterschiedlicher Geburt, Individuen in Gemeinschaften. Was können wir verändern, wenn wir es nicht schaffen, vor der Haustür zu beginnen? Wenn wir lernen Neugier zuzulassen und Vorurteile weg zu lassen, ist es einfach Großes zu bewegen.

Widerstand und ziviler Ungehorsam
Die offizielle Politik kann sich kaum noch legitimieren. Ziviler Widerstand und Ungehorsam bekommt in solchen Phasen gesellschaftlicher Umbrüche einen besonderen Stellenwert, als Darstellung der Zuspitzung der Lage, als Selbstermächtigung, als Einübung in eine zukünftige gewaltfreie Gesellschaft. Ziviler Ungehorsam ist das notwendige Salz in gesellschaftlichen Veränderungen. Er ist erfolgreicher und nachhaltiger als jegliche gewaltsamen Aufstände oder kriegerischen Auseinandersetzungen. Er bewahrt Menschenleben, schützt Menschenrechte und schafft die Vorrausetzungen für neue basisdemokratische Strukturen. Er muss allerdings organisiert und eingeübt werden.