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2017

Tagung "Niemanden zurücklassen - Neue dazugewinnen“: Zukunftspapier für mehr Miteinander und Weltoffenheit in Vorpommern vorgestellt

7.9.2017 Anklam/Rostock In einem Zukunftspapier wenden sich 140 Menschen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung am Donnerstag an die Landesregierung und andere politische Akteure von Mecklenburg-Vorpommern. Das Papier entstand auf der Tagung „Niemanden zurücklassen, neue dazugewinnen“ in Anklam und zeigt Wege auf, sich gemeinsam für mehr Miteinander und Weltoffenheit stark zu machen. Gastgeber der Tagung war das Eine-Welt-Landesnetzwerk zusammen mit den Eine-Welt-Promotor*innen Mecklenburg-Vorpommern, unterstützt von einem breiten Bündnis aus dem ganzen Land.

In dem Zukunftspapier spiegelt sich die Diversität der Teilnehmenden wider. Es geht darum pflichtige und freiwillige Leistungen für Kommunen neu zu definieren und so beispielsweise Jugend- und Bildungsarbeit zu stärken. Außerdem werden stabile Basisstrukturen der Trägerlandschaft von Bildungs- und Jugendeinrichtungen gefordert, an die Projekte andocken können. Gerade für ländliche Räume müssen Bildungskonzepte neu gedacht werden, um Jugendlichen nicht Zeit für Ehrenamt und Freizeit im Schulbus zu stehlen. Außerdem müssen Migrant*innen als Akteure in die Gesellschaft eingebunden, ihr Potential wahrgenommen und sie selbst empowert werden.

„Unser Konzept ist aufgegangen: Wir haben den Raum zur Verfügung gestellt, dass sich die gesellschaftlichen Ebenen begegnen können - das war sehr fruchtbar. Ich habe heute klare Worte gehört, die mich bestärken. Vor allem, dass wir Haltung brauchen, Kante zeigen müssen, wenn die roten Linien überschritten sind.“ Was passiert, wenn die verschiedenen Ebenen der Gesellschaft nicht miteinander kooperieren, der Einsatz für Werte wie Weltoffenheit, Toleranz, Meinungsfreiheit und Respekt fehlt, davon handelte der Eingangsvortrag von Markus Nierth, der als Bürgermeister von Tröglitz zurücktreten musste, weil er und seine Familie wegen seinen Eisatzes für ein Flüchtlingsheim Mord- und Gewaltandrohungen bekam.

„Ich hoffe stark, dass unsere Ergebnisse, die wir ja der Landesregierung übergeben wollen, auch wirklich ankommen und etwas bewegen werden“, sagt Michael Galander, Bürgermeister von Anklam. Zur Eröffnung der Tagung kam Sozialministerin Stefanie Drese, zum Abschluss und Ergebnisübergabe kam Staatssekretär Patrick Dahlemann, auch Mitglieder des Bundestages, Landtages und des Kreistags waren anwesend.

Ansprechpartnerin: Andrea Krönert, Eine-Welt-Landesnetzwerk, 0176-21896861, www.eine-welt-mv.de
Tagung „Niemanden zurücklassen - Neue dazugewinnen!“
am 7. September in Anklam
Anmeldungen noch möglich

10. August 2017 Rostock/Anklam
Ein neues Format in der Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft probieren über 100 Akteure am 7. September in Anklam aus. Bei der Tagung „Niemanden zurücklassen - Neue dazugewinnen!“ wollen Vertreter von Kreisverwaltungen, von Organisationen, Vereinen sowie der Landesregierung Wege finden, ihre Zusammenarbeit zu stärken. Was mildert den Abbau von Strukturen wie der Schließung von Schulen, Läden, medizinischen Einrichtungen, der Sozial- Bildungs- oder Kulturarbeit und offizieller Anlaufstellen ab, der unter anderem mit der Kreisgebietsreform und dem demographischen Wandel zusammenhängt? Wie können wir uns für mehr Miteinander und Weltoffenheit stark machen?

Die Idee zu der Tagung kommt vom Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern, das auch die Organisation der Tagung übernommen hat. Die Tagung ist Teil einer Reihe zu entwicklungspolitischer Inlandsarbeit gegen Rechtsradikalismus. „Das Ergebnis der Landtagswahl hat deutlich gemacht, dass sich viele Menschen von der Politik zurückgelassen fühlen.“ sagt Thomas Schmidt, Eine-Welt-Promotor für Vorpommern. „Für uns steht das in direktem Zusammenhang mit dem Abbau gesellschaftlicher Strukturen. Wir wollen gemeinsam Wege finden, Menschen besser zu erreichen.“

Andrea Krönert ist Koordinatorin des Eine-Welt-Landesnetzwerks und steckt aktuell mitten in den Vorbereitungen zu der Tagung. „Wir freuen uns sehr über die Chance, so viele Akteure an einen Tisch zu holen. Alleine unser Vorbereitungsbündnis besteht schon aus 15 Akteuren. Ich komme aus Rostock, in der Tagung sehe ich für mich auch viel Lernpotential über die Situation im ländlichen Raum in Vorpommern.“

Mit der Idee zu der Tagung rannte das Netzwerk überall offene Türen ein. „Ich setze mich für bessere Partizipation von Migranten ein", sagt Delphine Wollenberg von der RAA, der Regionalstelle für demokratische Kultur in Anklam. „Auf der Tagung leite ich einen Workshop, der ein Bewusstsein dafür schaffen soll, wie wenig Migrantenselbstorganisationen es gibt und wie leise die Stimme der Migranten im Land aktuell noch ist.“ Sie hofft, dass mit der Tagung auch in Bezug auf andere Themen einiges an Aufmerksamkeit der Landespolitik nach Vorpommern schwappt. „Da gibt es sicher Nachholbedarf“, sagt sie.

„Die so genannte „wehrhafte Demokratie“ ist in Vorpommern unter anderem wegen der weggebrochenen Strukturen so schwach, dass wir die Probleme in der Region nicht alleine lösen können, sagt Thomas Schmidt. „Das ist einer der Gründe für uns gewesen, die Landes- und Bundesebene mit einzubinden.“ Patrick Dahlemann, SPD, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern wird bei der Tagung einer der Vertreter der Landesebene sein. „Ich denke, dass die Tagung ein gutes Instrument ist, über die Herausforderungen gerade in Vorpommern zu diskutieren und neue Ideen zu benennen“, sagt Patrick Dahlemann. „Das kann hauptamtliche Politik nicht allein leisten. Deshalb brauchen wir eine starke Zivilgesellschaft. Initiativen wie der DemokratieLaden und das Demokratiezentrum setzen hier an und leisten einen unverzichtbaren Beitrag. Ich erwarte von dem Tag einiges an Impulsen, wie sich die Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen da verbessern lässt.“

Bis es soweit ist, wartet noch einiges an Arbeit auf das Vorbereitungsteam. „Die Tagung kann natürlich nur ein Auftakt sein“, sagt Andrea Krönert vom Landesnetzwerk. „Sie soll eine langfristige Entwicklung zu einer gestärkten Zivilgesellschaft und besserer Zusammenarbeit der gesellschaftlichen Ebenen einleiten.“

Donnerstag, 7. September 2017, 9.30 bis 16.30 Uhr, in der Sparkasse Anklam

Das Programm der Tagung findet sich auf der Konferenzseite unter www.eine-welt-mv.de/tagung

Anmeldungen zur Tagung sind möglich unter www.eine-welt-mv.de/anmeldung

Rückfragen unter 0176 21 89 68 61
WeltWechsel präsentiert: Menschlichkeit
Jahresthema der Veranstaltungsreihe steht fest


7. Juli 2017 Rostock/Greifswald/Schwerin Das Thema der Veranstaltungsreihe WeltWechsel ist da. Und es heißt: Menschlichkeit. Inhaltlich schließt das Thema direkt an das Jahresthema 2016 an. Damals hieß es "Krieg_Frieden". "Bei all der rasanten Veränderung, die wir zur Zeit erleben, aller Verunsicherung, den vielen Kriege auf der Welt, ist es enorm wichtig, dass wir uns darauf besinnen, dass der Kern unseres Handelns eben Menschlichkeit sein sollte. Gewissermaßen ist Menschlichkeit die Antwort, die wir geben können, das Mittel, das uns gegen Hass, Angst und Abgrenzung zur Verfügung steht." sagt Alexis Schwartz vom Eine-Welt-Landesnetzwerk.

Unter den Veranstaltungen im November sind viele, die die Geschichten hinter den Flüchtlingszahlen sichtbar machen wollen. Aktuell sind weltweit 65 Millionen Menschen auf der Flucht - das ist ein Höchststand. So wird die KinderKulturKarawane einen Abstecher nach Mecklenburg-Vorpommern machen, Jugendliche aus Uganda und Indien performen ihre Lebensgeschichten als Theaterstück. Geplant ist auch eine landesweite Baumpflanzaktion, natürlich im Namen der Menschlichkeit. "Die Idee ist, mit den unterschiedlichsten Akteuren überall im Land Bäume zu pflanzen. Wir wollen damit ein Zeichen für mehr Toleranz und Weltoffenheit setzen, und auch mit Gruppen kooperieren, die thematisch etwas weiter von uns entfernt liegen - zum Beispiel mit Naturschutzverbänden", sagt Alexis Schwartz. Aber auch die beliebten Kurzfilmnächte wird es wieder geben.

Immer im November werfen etwa 100 Veranstaltungen unter einem wechselnden Motto in ganz Mecklenburg-Vorpommern Schlaglichter auf aktuelle Diskurse, bringen globale Themen in direkte Verbindung mit dem Leben hier. Und sind mit jährlich etwa 6000 Besucher*innen eine der größten Veranstaltungsreihen des Landes.

Die Veranstaltungsreihe startet in diesem Jahr erstmals unter ihrem neuen Namen WeltWechsel. "Dass sich an dem Namen etwas ändern muss, hat sich in den vergangenen Jahren herauskristallisiert“, sagt Andrea Krönert, Koordinatorin des Eine-Welt-Landesnetzwerks. "Wir wollten unserer veränderten Auffassung von Entwicklungszusammenarbeit Rechnung tragen, es sollte viel deutlicher werden, dass es nicht um einseitige Hilfe aus dem Norden an den Süden geht, sondern vielmehr um unsere gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Menschheit und der Welt, ausgerichtet an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen“, sagt Andrea Krönert. „Und wir wollten einen Namen, der den positiven Spirit unserer Veranstaltungen transportiert.“

Kontakt für mehr Informationen:
Alexis Schwartz, 0381 77 088 379 oder 0177 787 3882, schwartz@eine-welt-mv.de, www.eine-welt-mv.de/weltwechsel
Eine-Welt-Landesnetzwerk MV unterstützt friedliche G20-Proteste

30.06.2017 Rostock Wenn am Sonntag in Hamburg die Protestwelle zum G20-Gipfel anrollt, sind auch Mitglieder des Eine-Welt-Landesnetzwerks dabei. "Bei uns in Rostock werden Erinnerungen an den Gipfel 2007 in Heiligendamm wach. Der Alternativgipfel, die Demos, Konzerte für den Wunsch nach einer besseren Welt. Und auch der Motivationsschub, den die Gruppen durch den intensiven Austausch mitnehmen konnten", sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Netzwerks. Sie selbst wird am Sonntag in einem Kajak der Rostocker Stadtpaddler auf der Alster sitzen um ein Teil der Protestwelle zu sein.

Damals wie auch heute distanziert sich das Landesnetzwerk von Gewalt, unterstützt aber die vielen friedlichen Protestformen für Demokratie, fairen Welthandel, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. "Dass der Gipfel kritisch von der Zivilgesellschaft begleitet wird, dass wir Druck machen, damit die drängenden Probleme auf den Tisch kommen, ist dringend nötig", sagt Andrea Krönert.

Diese Aktionen unterstützen wir besonders:

1. Aktion: G20-Protestwelle, Großdemo in Hamburg am Sonntag, 2. Juli

Bootsdemo bei der G20-Proteswelle mit Beteiligung aus Rostock
Eine Paddelgruppe aus Rostock macht mit bei der G20-Protestwelle. Gemeinsam fahren wir von der Außenalster auf die Binnenalster, um dort mit zehntausenden Demonstrierenden am Ufer zusammen zu kommen und gemeinsam eine riesige Protestwelle für Demokratie, fairen Welthandel, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in Bewegung zu setzen. Mehr Infos zur Bootsdemo und vielem mehr unter www.g20-protestwelle.de

Gemeinsame Fahrt zu Demo nach Hamburg
zur Demo am 2. Juli nach Hamburg. Mit dem Zug um 9.07 Uhr ab Rostock, 10.13 Uhr ab Schwerin nach Hamburg. 12.00 Uhr beginnt die Kundgebung in Hamburg auf dem Rathausmarkt, 12.30 Uhr startet der Demozug, 15.00 Uhr beginnt die Abschlusskundgebung Zahlreiche Verbände wie Greenpeace, OXFAM, Campact, BUND, Forum Umwelt und Entwicklung, NABU, Mehr Demokratie, DGB laden ein.

2. Aktion: Alternativgipfel zum G20-Treffen in Hamburg, 05./06. Juni (zwei Tage vor dem eigentlichen Gipfel)
Eine andere Politik ist nötig, aber wie? Auf dem Alternativgipfel kommen viele Menschen aus aller Welt zusammen, um über die globalen Herausforderungen zu diskutieren und alternative Strategien jenseits von Wirtschaftswachstum, Abschottung, militärischer Konfrontation und sozialer Ungleichheit zu entwickeln. Es gibt Workshops, Podien und vieles vieles mehr! Programm und weitere Infos unter: http://solidarity-summit.org/ Menschen aus Rostock werden sich am Alternativgipfel beteiligen.

Übersicht zum G20-Protest unter: http://www.g20hamburg.org/
Poetry Slam zum G20-Gipfel im Peter-Weiss-Haus Rostock und Greifswalder Stadthalle
Wortkampf für Globale Gerechtigkeit mit hochkarätig besetztem Slam


25.06.2017 Rostock, Greifswald Kurz bevor Donald Trump, Erdoğan, Putin und Co. zum G20-Gipfel nach Hamburg kommen, werden sie und 17 andere Staats- und Regierungschefs schon mal mit Wortgewalt und Wortwitz heraus gefordert - in Rostock und in Greifswald. Das Bündnis global.gerecht.gestalten und das Eine Welt Landesnetzwerk MV laden zu diesem besonderen Poetry Slam am Dienstag, den 27. Juni um 20:00 Uhr ins Peter-Weiss-Haus in Rostock und am Donnerstag, den 29. Juni um 19:00 Uhr in die Stadthalle Greifswald ein.

„Ich wollte eine Veranstaltung, die einen Zugang zu komplexen Themen schafft, auf ansprechende, humorvolle Weise. Und ich wusste, dass Dominik Bartels von Poppin Poetry das großartig machen wird“, sagt Anne Freudenberg vom Hamburger Bündnis global.gerecht.gestalten. „Ich habe selbst lange in Mecklenburg-Vorpommern gelebt, deshalb war es mir ein Anliegen den Slam hier zu machen.“

Profi-Slammer stellen Forderungen an die Mächtigsten der Welt

Acht Profi-Slammer, darunter der deutschsprachige Meister und Vize-Meister und der Landesmeister Mecklenburg-Vorpommern stellen Forderungen an die mächtigsten Männern und Frauen der Welt: Menschenrechte! Recht auf Bildung! Hunger bekämpfen! Entschuldungsverfahren! UN-Klimaabkommen von Paris! Die Dichterinnen und Dichter zeigen: Es lohnt sich, für die Würde jedes einzelnen Menschen einzutreten und eine gerechtere Welt mitzugestalten.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk ist der Dachverband der Verbände, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen in Mecklenburg-Vorpommern, die zu entwicklungspolitischen und globalen Themen arbeiten. Dazu gehören Bildungsträger, Weltläden, Kirchen-, Umwelt-, Friedens- und andere Gruppen. Aktuell vertritt das Landesnetzwerk 44 Gruppen und Einzelpersonen.

Das Bündnis global.gerecht.gestalten ist ein Bündnis der Nordkirche, dem ca. 140 Akteure angehören und das im Vorfeld des G20 Gipfels entstanden ist, um die Vision einer gerechten globalen Entwicklung sichtbar zu machen.

Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
Goethestraße 22
18055 Rostock

Ansprechpartnerin
Andrea Krönert
Eine-Welt-Landesnetzwerk überrascht über Entscheidung der Landesregierung zur Nachhaltigkeitsstrategie
Bereitschaft zur Mitarbeit weiterhin groß

13.05.2017 Rostock Bei der jährlichen Mitgliederversammlung am 12. Mai 2017 in Rostock zeigte sich das Eine-Welt-Landesnetzwerk überrascht über die Entscheidung der Landesregierung, die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes zukünftig beim Wirtschaftsministerium anzusiedeln. Ebenso sorgte die Auswahl der drei Kernthemen Wirtschaft, Digitalisierung und ländliche Räume für Irritation.

„Wir hoffen, dass es auf diese Weise nicht zu einer Verwässerung des Begriffs der „Nachhaltigkeit“ kommt“, sagt Andrea Krönert, Koordinatorin des Netzwerks. „Denn: Wie 2015 in den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen definiert, geht es bei Nachhaltigkeit zentral um Themen wie Ökologie und Globale Gerechtigkeit. Eine Nachhaltigkeitsstrategie für Mecklenburg-Vorpommern darf auf keinen Fall als Vehikel für eine Wirtschaftsförderung im Land umgedeutet werden,“ so Krönert.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk ist seit mehreren Jahren mit der Landesregierung im Gespräch, um die Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen. „Wir gehen davon aus, dass wir, ebenso wie andere Akteure im Land, die zu ökologischen und zu Themen der globalen Gerechtigkeit arbeiten, im Rahmen eines Partizipationsprozesses weiter an dieser Strategie mitarbeiten können“, sagte Andrea Krönert. „Wir sind nach wie vor bereit uns da mit unseren Kompetenzen, Fachwissen und Erfahrungen einzubringen.“

Ursprünglich hatte die Landesregierung geplant, eine Nachhaltigkeitsstrategie für Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln, die sich an die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes anlehnt. Diese, im Januar 2016 vom Bund verabschiedete Strategie macht sich die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu eigen. Sie sieht Deutschland verpflichtet sich auf der lokalen und globalen Ebene für Zukunftsfähigkeit und sorgsamen Umgang mit den Ressourcen einzusetzen.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk ist der Dachverband der Verbände, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen in Mecklenburg-Vorpommern, die zu entwicklungspolitischen und globalen Themen arbeiten. Dazu gehören Bildungsträger, Weltläden, Kirchen-, Umwelt-, Friedens- und andere Gruppen. Aktuell vertritt das Landesnetzwerk 44 Gruppen und Einzelpersonen, bei der Mitgliederversammlung am Wochenende sind sechs neue Mitglieder aufgenommenen worden.

Kontakt: Andrea Krönert
Eine-Welt-Landesnetzwerk MV
Goethestraße 22
18055 Rostock
Tel: 0381-20 373 846
www.eine-welt-mv.de
Weg mit dem Müll
Ein Projekt des Vereins Couleur Afrik (Schwerin) und Espoir Plus (Togo) zur Verbesserung der Müllentsorgung


15.03.2017 Schwerin Fehlende oder ungenügende Müllentsorgung ist ein großes Gesundheitsproblem in vielen afrikanischen Städten und Gemeinden. Der Verein Couleurs Afrik aus Schwerin engagiert sich seit 2015 für eine Verbesserung der Situation in Sokode, der zweitgrößten Stadt in Togo. Hier gibt es bisher nur ein rudimentäres Müllentsorgung. Das führt zu einer Belastung des Grund- und Trinkwassers mit Coli- und anderen Bakterien, Chemikalien und Giften, zu einer Vermehrung von Ungeziefer und potentiell krankheitsübertragenden Tiere wie Mücken, Ratten und Mäusen.

Umsetzung:
- Ab Mai 2017 wird ein Vertreter der togolesischen Partnerorganisation Espoir Plus in einem sechsmonatigen Praktikum Betriebsabläufe kennenlernen. Außerdem ist geplant, dass er selbst sechs Workshops leitet und sein Wissen einbringt - die Zusammenarbeit soll gegenseitiges Nehmen und Geben sein.
- Im Juli 2017 besucht eine Delegation der Sokoder Stadtverwaltung Schwerin.
- Der Verein Espoir Plus führt ab 2017 in Sokode Bildungsveranstaltungen durch, um Mitstreiter zu gewinnen, ein gemeinsames Vorgehen zu erarbeiten und sich an der Gründung eines Müllentsorgungsunternehmens zu beteiligen.

Parteiorganisationen in Schwerin:
Schweriner Abfall- und Straßenreinigungsgesellschaft, Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft, Landeshauptstadt Schwerin, Netzwerk Migration der Stadt Schwerin

Partnerorganisationen in Sokode:
Espoir Plus, Metall- und Baukonstruktion Sokodé, Company of Studies and Council for Developpement and Environment Lomé, Inter Club (Reinigungsunternehmen), Frauenverein Sokode

Förderung: Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), Katholischer Fond und die Stadt Schwerin

Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
Goethestraße 22
18055 Rostock

Ansprechpartnerin:
Anke Lübbert
0171-2027889 www.eine-welt-mv.de
15.03.2017 Rostock Lehrerinnen und Lehrer dabei zu unterstützen, ökologische und globale Themenfelder und Fragestellungen in den Unterricht einzubauen, ist das Anliegen einer Tagung am 16. März. In der Universität Rostock, Ulmenstraße 69, Hörsaal 224 geht es zwischen 9:00 Uhr und 16:00 Uhr um Praxisbeispiele und Anregungen für interkulturelles und inklusives Lernen. Zu dem Programm gehören acht Workshops, aus denen die 90 teilnehmenden Lehrer*innen wählen können. Neben ökologischen Themen sieht das Landesnetzwerk auch Themen wie gesellschaftliche Vielfalt und Fairen Handel als zentralen Teil der „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.

„Diese Themen gehören ganz dringend in die Schule“, sagt Patrice Jaeger vom Eine-Welt-Landesnetzwerk, der gemeinsam mit den vier Bezirksschulleiterinnen aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Trägern der außerschulischen Bildung, in einer Arbeitsgruppe an der Thematik arbeitet. „Für uns vom Landesnetzwerk ist BNE ein fächerübergreifendes Konzept was alles verbindet, einen anderen Blick auf politische, geographische und ökologische Entwicklungen. die übergeordnete Frage ist: Wie können wir unsere Gesellschaft im kleinen, die Welt im großen, so verändern, dass ein lebenswertes Leben für alle Menschen weltweit und auch in Zukunft möglich ist.“ Jede Schule hat, mindestens formal, eine*n BNE-Lehrer*in, allerdings werden BNE-Inhalte meist ausgelagert und an externe Bildungsträger abgegeben. „Für die Zukunft wünschen wir uns, dass Themen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung auch stärker in die Rahmenlehrpläne übergehen.“ sagt Patrice Jaeger. „Die jährlichen BNE-Tagungen sind wichtig, um Lehrer*innen für die Themen und Fragen zu sensibilisieren.“

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg Vorpommern ist ein Dachverband von Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich in Mecklenburg-Vorpommern für weltweite Gerechtigkeit und zukunftsfähige Entwicklung einsetzen.

Patrice Jaeger
0381-20373846
jaeger@eine-welt-mv.de

Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
Goethestraße 22
18055 Rostock
Am 16. März kommt Tolbert Jallah, seit 2008 Geschäftsführer von FECCIWA, einem Zusammenschluss westafrikanischer Kirchen, nach Schwerin und steht von 10:00 Uhr bis 12:00 für ein Fachgespräch im Diakonischen Werk, Körnerstraße 7 zur Verfügung. FECCIWA ist eine der Partnerorganisationen von Brot für die Welt.

Herr Jallah, Sie sind für zwei Wochen auf Vortragsreise in Deutschland. Was wollen Sie erreichen?
Der EU-Handel trägt dazu bei, die Existenz vieler Menschen in Westafrika zu ruinieren. Handel sollte eigentlich dem Wohl der Menschen dienen, sie aus der Armut erheben. Ich möchte in Deutschland ins Gespräch mit Politikern, Kirchenleuten und Vertretern von NGOs kommen und über diese Themen reden. Wir sollten einander helfen, das ist unsere Aufgabe. Ich möchte, dass den Menschen in den entwickelten Ländern des Nordens klar wird, was sie ihren Brüdern und Schwestern im Süden antun, dass die eine Seite der Welt einen Friedhof gleicht.

Inwiefern schädigt der EU-Außenhandel Westafrika?
Oh, da gibt es viele Beispiele! Das Muster ist immer gleich: Die EU will unsere billigen Rohstoffe und exportiert im Gegenzug weiterverarbeitete Produkte. Dabei ruiniert sie nicht selten unsere Lebensgrundlagen. So hat die Fischereiflotte der EU unsere Gewässer leergefischt. Ein anderes Beispiel: Die EU überschwemmt Westafrika mit billigen Lebensmittelimporten, mit deutschem Käse, holländischen Eiern… die billiger sind und von Menschen in Westafrika grundsätzlich als besser als einheimische Produkte angesehen werden, nur weil sie aus der EU kommen.

Warum ist das so?
Das sind Muster aus der Kolonialisierung, die sehr tief sitzen. Wir müssen es schaffen, das Denken der Menschen in Afrika zu dekolonialisieren, damit sich da etwas ändert. Denn der Konsum von EU-Produkten führt dazu, dass die Märkte für lokale Bauern, für lokale Produkte zusammenbrechen. Menschen hören auf Landwirtschaft zu betreiben, ganze Dörfer gehen zugrunde. Gleichzeitig bauen Farmer für EU-Firmen Massen an Öl an, mit dem europäische Autos fahren sollen. Das kann aber bei uns keiner essen. Wir als FECCIWA wirken dem entgegen, haben eine Kampagne: „Grow what you eat, eat what you grow“, die sehr erfolgreich ist. Sie ermächtigt die Menschen selbst für ihre Nahrung und ihr Wohlergehen zu sorgen anstatt als billige Arbeiter, moderne Sklaven, sozusagen, zu arbeiten.

Die Firmen sehen sich selbst sicherlich in der Rolle derjenigen, die Arbeit schaffen, Menschen in Lohn und Brot bringen…
Das mag sein, entspricht aber nicht ihrer Wirkung. Es führt nur zu immer größerer Armut und Fremdbestimmung und der Zerstörung unserer Ressourcen. Dazu kommt der Klimawandel…

Was hat der mit der EU zu tun?
Indirekt einiges, denn der Klimawandel wurde maßgeblich von den entwickelten Ländern, auch denen der EU, provoziert und entfaltet seine schlimmsten Wirkungen in den Ländern des Südens. Und wenn dann Menschen aus Not, Hunger, Wasserknappheit, fehlenden Zukunftsaussichten nach Europa fliehen wollen, weil sie die Welt als globales Dorf betrachten, dann wird das kriminalisiert, werden sie in Lagern gehalten, dann wendet Frontex, die europäische Grenzagentur auch Gewalt an.

Was wünschen Sie sich von Ihren Gesprächspartnern?
Ich wünsche mir, dass die NGOs und Politiker Druck auf die deutsche und die EU-Regierung ausüben, die von mir genannten Punkte ansprechen und für Lösungen einsetzten. Sich vor allem für eine gerechtere Wirtschaftspolitik, auf Augenhöhe aussprechen. Das wäre sinnvoller als alle Entwicklungshilfe.

Anke Lübbert, Journalistin, Tel.: +49 171 202 788 9
Internet: www.text-salon.de/autoren/anke-luebbert/
Vision von einer positiven weltweiten Entwicklung

01.01.2017 Rostock Weltwechsel: So heißt ab 2017 die Veranstaltungsreihe des Eine-Welt-Landesnetzwerks. Immer im November werfen etwa 100 Veranstaltungen unter einem wechselnden Jahresthema in ganz Mecklenburg-Vorpommern Schlaglichter auf aktuelle Diskurse, bringen globale Themen in direkte Verbindung mit dem Leben hier. Und sind mit jährlich etwa 6000 Besucher*innen eine der größten Veranstaltungsreihen des Landes.

„Dass sich an dem Namen etwas ändern muss, hat sich in den vergangenen Jahren herauskristallisiert“, sagt Patrice Jaeger vom Eine-Welt-Landesnetzwerk. „Weltwechsel“ war nach einem intensiven Prozess und vielen, auch emotionalen Diskussionen, dann eine einstimmige Entscheidung der Kreativgruppe zur Namensfindung.“

Mit dem Namen vollzieht das Landesnetzwerk den Wandel, den die Entwicklungspolitischen Tage innerlich schon vollzogen haben, auch nach außen.

„Wir wollten unserer veränderten Auffassung von Entwicklungszusammenarbeit Rechnung tragen, es sollte viel deutlicher werden, dass es nicht um einseitige Hilfe aus dem Norden an den Süden geht, sondern vielmehr um unsere gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Menschheit und der Welt, ausgerichtet an den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen“, sagt Patrice Jaeger. „Zweitens machen wir seit Jahren zum Teil moderne, junge Veranstaltungen. Wir wollen ermutigen, für unsere Inhalte begeistern. Das sollte sich ebenfalls im Namen widerspiegeln - auch um noch mehr Leute zu erreichen.“

„Der bisherige Name 'Entwicklungspolitische Tage' war zu sperrig und klang angesichts der vielen sehr spannenden Veranstaltungen auch etwas zu trocken“, sagt Alexis Schwartz, Mitarbeiter im Eine-Welt-Landesnetzwerk. „Bei dem neuen Namen habe ich das Bild einer Welt die ihre verkrustete alte Haut abstreift. Darunter werden all die frischen Ideen sichtbar, die ein langfristiges Zusammenleben aller Menschen in Frieden und Würde ermöglichen.“

Auch wenn einen Namenswechsel bei einer etablierten Reihe immer auch ein gewisses Risiko bedeutet, war der Prozess überfällig. Patrice Jaeger findet, „dass der Name eine positive Vorstellung von Veränderung erzeugt, ohne dabei hochtrabend oder moralisierend zu wirken.“ Im November 2017 wird darum das erste Mal unter dem Titel „Weltwechsel“ eingeladen. Welches Jahresthema nach „Krieg_Frieden“ 2016 an der Reihe ist, wird im März feststehen.

Kontakt: Patrice Jaeger, jaeger@eine-welt-mv.de, 0381-20373846
17.01.2017 Rostock Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern ruft gemeinsam mit attac, BUND, Nabu, Ökohaus und den Grünen für Samstag, den 21. Januar zur „Wir haben es satt!“ Demo in Berlin, Potsdamer Platz auf. Bei der Demonstration geht es um eine weltweite Agrarwende, das Recht auf gesunde Nahrung für alle, gentechnikfreie Landwirtschaft, die Rechte von Bäuerinnen und Bauern, Zugang zu Land, Saatgutvielfalt, artgerechte Tierhaltung.

"Als Eine-Welt-Landesnetzwerk setzen wir uns für eine zukunftsfähige Landwirtschaftspolitik ein“, sagt Andrea Krönert, Koordinatorin des Netzwerkes. „Wir fordern die Unterstützung und Stärkung kleinbäuerlicher Landwirtschaft, Berücksichtigung des Umwelt- und Tierschutzes und der solidarischen Entwicklungspolitik. Je mächtiger die Agrarfirmen sind, desto prekärer wird die Situation der Kleinbauern vor allem im globalen Süden.“

Seit 2011 findet jeweils im Januar, parallel zur Grünen Woche eine Großdemo des „Wir haben es satt!“-Netzwerkes statt, an der bundesweit bis zu hundert Organisationen beteiligt sind. Zwischen 20.000 und 50.000 Teilnehmer demonstrierten in den vergangenen Jahren in Berlin. Für das nächste Wochenende hat das Bündnis einen Bus aus Rostock nach Berlin gechartert.

Samstag, 21. 1. 2017
09.00 Abfahrt ab Rostock (Südseite des Hauptbahnhofs, A.-Kossel-Platz)
12.00 Beginn der Demo in Berlin, Potsdamer Platz
16.30 Rückfahrt ab Berlin
19.30 voraussichtliche Ankunft in Rostock

Der Preis für Hin- und Rückfahrt beträgt:
20 € Normalpreis
10 € ermäßigt
5 € Solipreis

Mitfahrt nur nach Anmeldung: bus@bund-rostock.de

Weitere Infos unter: www.wir-haben-es-satt.de

Kontakt: Andrea Krönert, kroenert@eine-welt-mv.de, 0381-20373846
Antirassismustrainings beim Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern

10.1.2017 Rostock Dass Rassismus ein unbearbeitetes Problem darstellt ist weder global noch lokal zu übersehen. Weil wir es wichtig finden, auch unseren eigenen „Alltagsrassismus“ in den Blick zu nehmen, veranstaltet das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern seit 2010 zusammen mit dem Verein Phoenix Antirassismustrainings. Auch 2017 bieten wir wieder drei Seminare an.

Rassismus ist Realität in Deutschland und Europa. Auch bei uns haben Nicht-Weiße Menschen schlechtere Chancen in der Schule, bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und Wohnungen, ein größeres Risiko in Verkehrs- oder Ausweiskontrollen zu geraten und gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt zu sein. Da entwicklungspolitische Arbeit sich weltweiter Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, einem friedlichen Zusammenleben und letztlich einem menschenrechtlichen Ansatz verpflichtet, ist die Auseinandersetzung mit Rassismus unerlässlich.

Im Basistraining, wird ein Grundverständnis davon vermittelt, was Rassismus ist und wie er sich auswirkt. 03. – 05. März 2017
Das Empowerment-Training richtet sich an Menschen die Rassismuserfahrungen machen. 23. – 25. Juni 2017
Das Folgetraining ist die Fortsetzung des Basistrainings, 13. – 15. Oktober 2017

Kosten: 150,00 Euro für Berufstätige, bzw. 90,00 Euro ermäßigt (Studierende und Arbeitsuchende)

Informationen und Anmeldung:
Patrice Jaeger: jaeger@eine-welt-mv.de oder telefonisch: 0381 20373846

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