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Pressemitteilungen 2016

 

„Kein kurzer Weg zum Weltfrieden“
Interview mit Laura Armborst, Vorbereitungsgruppe Entwicklungspolitische Tage, Greifswald


Laura Armborst, Sie gehören zum Vorbereitungsteam der Entwicklungspolitischen Tage. Wie zufrieden sind Sie mit den Besucherzahlen und mit der Qualität der Veranstaltungen?
Sehr zufrieden! Besonders das große Interesse an den Lesungen von "Bestimmt wird alles gut" für Grundschulklassen (wir konnten nicht alle Anfragen bedienen), an den Gaza-Monologen in Greifswald (ausverkauft) oder dem Vorträgen von Jürgen Grässlin zeigen, dass wir ein wirklich wichtiges gesellschaftliches Thema bearbeitet haben.

Was hat Sie persönlich besonders bewegt oder beeindruckt?
1. Die Gespräche mit den Schülern der Grundschulen und Asmaa Abou Khaled, eine 16 Jahre alte Schülerin, die aus Syrien geflüchtet ist. Ich denke, dass unsere Veranstaltung bei den Kindern wirklich viele Gedanken ausgelöst hat, über den (Un-)Sinn von Krieg. Es war bewegend dabei zu sein.
2. Beim einem Vortrag von dem Nordsyrien-Spezialisten Michael Knapp habe ich viel über den Kampf der Frauen dort in Rojava erfahren. Sie kämpfen nicht nur gegen den IS sondern zeitgleich auch für Gleichberechtigung in ihrer Gesellschaft. Dort nicht mit Waffen sondern mit ganz anderen Mitteln. Das finde ich ist ein sehr spannendes Projekt.
3. Sehr bewegt hat mich auch am vergangenen Wochenende der Austausch mit Menschen, die in Polen in der politischen Bildung arbeiten. Ich finde es beängstigend, wie sich in unserem Nachbarland gerade eine Diktatur aufbaut, und wir nichts machen können. Kann politische Bildung/ Demokratiepädagogik da überhaupt noch etwas ausrichten?

Wie hat sich euer Bezug zum Gesamtthema Krieg und Frieden verändert?
Wir haben uns in Greifswald, so mein Gefühl, mehr mit Krieg und Konflikten als mit Frieden beschäftigt. Allerdings glaube ich, dass die Beschäftigung mit Konflikten bei vielen den Wunsch nach Frieden noch verstärkt wurde. Den kurzen, einfachen Weg zum Weltfrieden habe ich aber (leider) nicht kennengelernt.

Was hat das Thema überhaupt mit den Gruppen hier in Vorpommern zu tun?
Ich denke die Gruppen hier im Land können auf verschiedenen Ebenen viel bewegen, für den Frieden auf die Straße gehen, Waffengeschäfte verhindern, Flüchtlinge unterstützen, die vor Krieg fliehen, kritisch auf Militarisierung der Gesellschaft reagieren oder einfach anfangen andere über globale Zusammenhänge rund um Krieg und Frieden zu informieren, wie wir es ja auch mit den Entwicklungspolitischen Tagen versucht haben.
„Teil einer weltweiten Friedensbewegung“ - Rückblick auf die Entwicklungspolitische Tage 2016 in Vorpommern

24.11.2016, Greifswald In dieser Woche gehen die Entwicklungspolitischen Tage 2016 zu Ende. Insgesamt haben mehr als 5000 Menschen die landesweit 104 Veranstaltungen an 19 Orten in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Etwa 2000 Menschen kamen alleine zu den 39 Veranstaltungen in Greifswald, Bergen, Stralsund und Anklam.

„Das Thema war hochaktuell, leider.“ sagt Andrea Krönert. „Wir haben es geschafft. auf der einen Seite die Verstrickungen von Deutschland in Waffenhandel und Kriege zu zeigen, aber auch Auswege auf gezeigt.“

Auch wenn die Entwicklungspolitischen Tage erstmal „nur“ eine Veranstaltungsreihe sind - Projekte wie diese liefern in der Summe auch die Basis auch für große Veränderungen: Sie erzeugen Druck, der auch politisch wirksam ist.

Neben altbekannten Akteuren haben sich auch neue Partner beteiligt und signalisiert, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen.

Der Plan, mit Veranstaltungen in die Fläche zu gehen, hat sich als erfolgreich erwiesen, Clownsshows, Theater und Filmvorführungen in Lüchow/Altkalen, Röbel, Güstrow, Boizenburg und Neustrelitz waren nicht nur gut besucht, sondern haben häufig auch Begegnungen zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen ermöglicht.

Viele Veranstaltungen wirken über das Ende der Reihe hinaus - Schulangebote sind wegen großer Nachfrage verlängert worden, Ideen für neue Projekte wurden geboren. „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel vom Krieg gesprochen und gehört“, sagt Andrea Krönert, „die Situation auf der Welt stimmt nicht gerade optimistisch. Umso wichtiger war es, zu sehen, wie viele tolle, friedensstiftende Projekte im Land laufen, die im Kleinen etwas verändern und sogar das Potential haben, größere Veränderungen mit anzustoßen. Für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse war, zu sehen, dass wir nicht alleine, sondern Teil einer weltweiten Friedensbewegung sind.“

Krieg_Frieden war das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordinierte die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzierten die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/
„Teil einer weltweiten Friedensbewegung“ - Rückblick auf die Entwicklungspolitische Tage 2016 in Neubrandenburg und Umgebung

24.11.2016, Neubrandenburg In dieser Woche gehen die Entwicklungspolitischen Tage 2016 zu Ende. Insgesamt haben mehr als 5000 Menschen die landesweit 104 Veranstaltungen an 19 Orten in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Mehr als 1000 Menschen kamen alleine zu den 17 Veranstaltungen in Neubrandenburg, Röbel, Altkalen, Neustrelitz, Penzlin und Waren.

„Das Thema war hochaktuell, leider.“ sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Eine Welt Landesnetzwerks. „Wir haben es geschafft. auf der einen Seite die Verstrickungen von Deutschland in Waffenhandel und Kriege zu zeigen, aber auch Auswege auf gezeigt.“

Auch wenn die Entwicklungspolitischen Tage erstmal „nur“ eine Veranstaltungsreihe sind - Projekte wie diese liefern in der Summe auch die Basis auch für große Veränderungen: Sie erzeugen Druck, der auch politisch wirksam ist.

Kim Lukács vom Rostocker Ökohaus hat viele der Veranstaltungen zusammen mit Gruppen aus der Region organisiert. „Der Fokus lag absichtlich auf friedensstiftenden Beiträgen. Ob die nun in der Aufklärung, der Veranschaulichung von Handlungsmöglichkeiten, dem mitreißenden Optimismus bei den Vorträgen von Jürgen Grässlin, der Empathie für Menschen in schwierigen Situationen bei den Inputs von Ernst-Ludwig Iskenius oder dem Spaß in der Interaktion bei den Clownsshows. Es ist schön zu sehen und mit anderen zu erleben, dass wir aktiv was für den Frieden tun können. Sowohl in politischer als auch in persönlicher Hinsicht.“ sagt sie.

Neben altbekannten Akteuren haben sich auch neue Partner beteiligt und signalisiert, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen.

Der Plan, mit Veranstaltungen in die Fläche zu gehen, hat sich als erfolgreich erwiesen, Clownsshows, Theater und Filmvorführungen in Lüchow/Altkalen, Röbel, Güstrow, Boizenburg und Neustrelitz waren nicht nur gut besucht, sondern haben häufig auch Begegnungen zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen ermöglicht.

Viele Veranstaltungen wirken über das Ende der Reihe hinaus - Schulangebote sind wegen großer Nachfrage verlängert worden, Ideen für neue Projekte wurden geboren. „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel vom Krieg gesprochen und gehört“, sagt Andrea Krönert, „die Situation auf der Welt stimmt nicht gerade optimistisch. Umso wichtiger war es, zu sehen, wie viele tolle, friedensstiftende Projekte im Land laufen, die im Kleinen etwas verändern und sogar das Potential haben, größere Veränderungen mit anzustoßen. Für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse war, zu sehen, dass wir nicht alleine, sondern Teil einer weltweiten Friedensbewegung sind.“

Krieg_Frieden war das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordinierte die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzierten die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/
„Teil einer weltweiten Friedensbewegung“ - Rückblick auf die Entwicklungspolitische Tage 2016 in Schwerin und Umgebung

24.11.2016, Schwerin In dieser Woche gehen die Entwicklungspolitischen Tage 2016 zu Ende. Insgesamt haben mehr als 5000 Menschen die landesweit 104 Veranstaltungen an 19 Orten in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Fast 500 Menschen kamen alleine zu den 13 Veranstaltungen in Schwerin, Parchim, Boizenburg und Hagenow.

„Das Thema war hochaktuell, leider.“ sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Eine-Welt-Landesnetzwerks. „Wir haben es geschafft. auf der einen Seite die Verstrickungen von Deutschland in Waffenhandel und Kriege zu zeigen, aber auch Auswege auf gezeigt.“

Auch wenn die Entwicklungspolitischen Tage erstmal „nur“ eine Veranstaltungsreihe sind - Projekte wie diese liefern in der Summe auch die Basis auch für große Veränderungen: Sie erzeugen Druck, der auch politisch wirksam ist.

Für Ralf Göttlicher von der Schweriner Vorbereitungsgruppe war die Zusammenarbeit mit den Schweriner Partnern in diesem Jahr besonders motivierend. Und: „Unter den Veranstaltungen war der Abend mit Jürgen Grässlin ein wichtiger Höhepunkt“, sagt er, „er hat es geschafft das Publikum mitzunehmen und zu inspirieren."

Neben altbekannten Akteuren haben sich auch neue Partner beteiligt und signalisiert, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen.

Der Plan, mit Veranstaltungen in die Fläche zu gehen, hat sich als erfolgreich erwiesen, Clownsshows, Theater und Filmvorführungen in Lüchow/Altkalen, Röbel, Güstrow, Boizenburg und Neustrelitz waren nicht nur gut besucht, sondern haben häufig auch Begegnungen zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen ermöglicht.

Viele Veranstaltungen wirken über das Ende der Reihe hinaus - Schulangebote sind wegen großer Nachfrage verlängert worden, Ideen für neue Projekte wurden geboren. „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel vom Krieg gesprochen und gehört“, sagt Andrea Krönert, „die Situation auf der Welt stimmt nicht gerade optimistisch. Umso wichtiger war es, zu sehen, wie viele tolle, friedensstiftende Projekte im Land laufen, die im Kleinen etwas verändern und sogar das Potential haben, größere Veränderungen mit anzustoßen. Für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse war, zu sehen, dass wir nicht alleine, sondern Teil einer weltweiten Friedensbewegung sind.“

Krieg_Frieden war das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordinierte die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzierten die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/
„Teil einer weltweiten Friedensbewegung“ - Rückblick auf die Entwicklungspolitische Tage 2016 in Rostock & Güstrow

24.11.2016, Rostock In dieser Woche gehen die Entwicklungspolitischen Tage 2016 zu Ende. Insgesamt haben mehr als 5000 Menschen die landesweit 104 Veranstaltungen an 19 Orten in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Knapp 1500 Menschen kamen alleine zu den 35 Veranstaltungen in Rostock, Güstrow und Umgebung.

„Das Thema war hochaktuell, leider.“ sagt Andrea Krönert. „Wir haben es geschafft auf der einen Seite die Verstrickungen von Deutschland in Waffenhandel und Kriege zu zeigen, aber auch Auswege zu finden.“

Auch wenn die Entwicklungspolitischen Tage erstmal „nur“ eine Veranstaltungsreihe sind - Projekte wie diese liefern in der Summe auch die Basis auch für große Veränderungen: Sie erzeugen Druck, der auch politisch wirksam ist.

Alexis Schwartz, von der Vorbereitungsgruppe der EP-Tage in Güstrow: "Mein persönliches Highlight der EP-Tage war die Ausstellung "Wenn aus Fremden Freunde werden“ am 11. November in Güstrow. Fast 100 Menschen ließen sich für die Ausstellung portraitieren und setzten damit ein Zeichen dafür, dass uns Menschen doch mehr verbindet, als uns trennt. Auch die Eröffnung in Rostock war ein voller Erfolg.

Neben altbekannten Akteuren haben sich auch neue Partner beteiligt und signalisiert, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen."

Der Plan, mit Veranstaltungen in die Fläche zu gehen, hat sich als erfolgreich erwiesen, Clownsshows, Theater und Filmvorführungen in Lüchow/Altkalen, Röbel, Güstrow, Boizenburg und Neustrelitz waren nicht nur gut besucht, sondern haben häufig auch Begegnungen zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen ermöglicht.

Viele Veranstaltungen wirken über das Ende der Reihe hinaus - Schulangebote sind wegen großer Nachfrage verlängert worden, Ideen für neue Projekte wurden geboren. „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel vom Krieg gesprochen und gehört“, sagt Andrea Krönert, „die Situation auf der Welt stimmt nicht gerade optimistisch. Umso wichtiger war es, zu sehen, wie viele tolle, friedensstiftende Projekte im Land laufen, die im Kleinen etwas verändern und sogar das Potential haben, größere Veränderungen mit anzustoßen. Für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse war, zu sehen, dass wir nicht alleine, sondern Teil einer weltweiten Friedensbewegung sind.“

Krieg_Frieden war das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordinierte die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzierten die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/
Grundschüler auf der Suche nach dem Frieden - Schulangebot der Gesellschaft für Solidarische Entwicklungszusammenarbeit

24.11.2016, Rostock Elf Mal haben Susan Edelmann und ihr Team von der Gesellschaft für Soziale Entwicklungszusammenarbeit das Schulangebot „Peace, Salam, Mir - Was ist eigentlich Frieden?“ umgesetzt. Dabei sind sie mit 240 Kindern der Rostocker Türmchenschule und der Astrid-Lindgrenschule in Schwerin dem Frieden auf die Spur gekommen. Das Programm lief im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage 2016, einer jährlichen Veranstaltungsreihe, bei der es in diesem Jahr um Krieg und Frieden ging.

„Ich fand es sehr schön, zu sehen, wie berührt die Kinder von diesem Thema waren“, sagt Susan Edelmann, „sie haben die Vormittage sehr konzentriert mit uns gearbeitet. Methodisch haben wir das Fass weit aufgemacht. Gedichte geschrieben, gemalt, aber auch einen Film über Malala angesehen, die seit ihrem 11. Lebensjahr Friedensaktivistin ist.

Die Kinder suchten nach Antworten auf Fragen wie: Ist für alle der Begriff Frieden gleich? Wie können wir Frieden mit eigenen Wörtern beschreiben? Was wissen wir über Frieden?

Die Nachfrage zu diesem Thementag war, vielleicht auch durch die aktuelle politische Situation, enorm. „Viele Lehrerinnen und Lehrer haben offenbar das Gefühl, dass das jetzt „dran ist““, sagt Susan Edelmann. „Wir haben uns daher entschlossen, das Programm auch über die Entwicklungspolitischen Tage hinaus anzubieten.“ Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich bei der GSE informieren:

Susan Edelmann
- Bildungsreferentin -
Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit Mecklenburg-Vorpommern (GSE) e.V.
Landesstelle für Globales Lernen
Goethestr. 22
18055 Rostock
Telefon: 0381 490 24 10
FAX: 0381 490 24 91
info@gse-mv.de
www.gse-mv.de
Demokratie - Wie geht das?

23.11.2016, Greifswald Betzavta ist eine Methode, bei der Entscheidungsfindungsmodelle nicht nur theoretisch besprochen, sondern auch ausprobiert werden. Für einen Workshop am vergangenen Wochenende zu diesem „Demokratie - live und mit Alltagsbezug“- Ansatz hatte das Bildungsprojekt verquer seine Stettiner Partnergruppe Polites eingeladen. Die Teilnehmer kamen aus Polen, Deutschland, Ukraine, Spanien, Belarus und Georgien. Einige der Übungen waren an der Grenze zum Absurden. Ein Beispiel: Was passiert in der Pause, wenn einige rauchen wollen, andere nicht, aber alle mit den Händen aneinander gebunden sind?

„Abgesehen davon, dass die Methode spannend ist, war es für uns eine tolle Gelegenheit ausführlicher ins Gespräch zu kommen. Und weil wir Entscheidungsfindungen ausprobiert haben, dabei aber nicht wie in einem Rollenspiel in eine andere Rolle geschlüpft sind, war es auch ein sehr persönliches Kennenlernen.“ sagt Laura Armborst von Verquer. Zwischendurch ging es immer wieder auch um die unterschiedlichen Voraussetzungen für politische Bildungsarbeit. In Polen zum Beispiel gibt es seit dem Regierungswechsel vor einem Jahr einen schwindenden Handlungsspielraum für politische Bildungsarbeit, die nicht auf Regierungskurs ist.

Auch die Themen, die wichtig erscheinen variieren je nach Ausgangssituation. „In der Ukraine geht es um viel grundlegendere Fragen als bei uns, um die Anbindung an den Westen, um die demokratische Staatsform, als bei uns, die wir viel um Detailfragen bei dem Schutz der Rechte von Minderheiten diskutieren. Immer wieder ist uns am Wochenende klar geworden, was für eine privilegierte Stellung wir haben. Da ist einerseits der Wunsch die anderen zu unterstützen, dass sie trotz der schwierigen Situation weitermachen können. Aber auch unserer deutschen Kleingruppe ist noch mal klarer geworden, dass wir das Erreichte angesichts der aktuellen politischen Situation in Zukunft auch werden verteidigen müssen.“ sagt Laura Armborst.

Daria Dimitriu, 23 Jahre alt, aus der Ukraine zieht am Ende des Workshops ein positives Fazit. „Es war sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich unsere Hintergründe sind“, sagt sie, „ich bin so froh, wie leidenschaftlich und engagiert viele hier ihre Arbeit machen und fühle mich davon inspiriert. Auch wenn vieles in meiner Heimatstadt nicht funktionieren würde, weil wir dort zu sehr damit beschäftigt sind, für unser tägliches Überleben zu sorgen.“

Anna Graczyk von Polites, der Partnergruppe von Verquer sagt, dass "der Workshop uns als Menschen, aber auch unsere Vereine ein Stück vorangebracht“ haben. "Ich weiß jetzt mehr über Entscheidungsfindungsprozesse und Beduerfnisse von Menschen, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite und in der Zukunft zusammenarbeiten werde."

Kontakt: Laura Armborst, Verquer, 03834-7737881
„Die Gags sind im Prinzip universell“

18.11.2016, Röbel Zentimeter für Zentimeter schiebt Andreas Gottschalk die Luftballonschlange in seinen Mund. 70 Menschen im Raum schauen ihm dabei zu, die Kinder eher ungläubig, die Erwachsenen amüsiert. Die Rostocker Klinikclowns performten am Donnerstag eine ihre Clowns-Show im Engelschen Hof in Röbel. Im Publikum viele Kinder, Deutsche und Geflüchtete. „Am lustigsten war es, als der Mann eine Flasche auf dem Kopf balanciert hat!“ sagt Maryam 12 Jahre alt später. Sie kommt aus Syrien und lebt seit zwei Jahren in Waren und auch ihre Mutter freut sich: „Es ist so schön, wenn alle lachen.“

Andreas Gottschalk ist einer der vier Klinikclowns. Seit elf Jahren ist er in seiner Freizeit ein Clown, war mit der Organisation Clowns ohne Grenzen schon in Peru und hat in diesem Jahr eine Tour durch Flüchtlingsunterkünfte organisiert. „Die Gags sind im Prinzip universell“, sagt er, „da geht es darum auf Kosten anderer einen Spaß zu machen und dann selbst reingelegt zu werden, sich in den Vordergrund zu drängen, sich dumm zu stellen: All das funktioniert auch ohne Sprache - und wenn die Späße vom Grundtenor sympathisch bleiben in allen Kulturen.“ Die Kinder werden in das Spiele einbezogen, dürfen auch mal auf die Bühne und machen bei akrobatischen Szenen mit.

Kim Lukács vom Ökohaus Rostock hat die Clownsshow zusammen mit dem Verein ridato in Röbel organisiert. „Unsere Idee war, anders als bei der Tour durch die Unterkünfte, die Leute nicht zu besuchen, sondern an Orte zu holen, an denen Begegnung auch mit Deutschen möglich ist. Für Kathrin Grumbach ist das Konzept aufgegangen. „Alle mit denen ich bisher gesprochen habe, waren begeistert.“ sagt Kathrin Grumbach. „Und das schönste für mich ist eigentlich, dass wir gleich im Anschluss überlegt haben, wie es weitergehen könnte. Es gibt die Idee, in den Ferien eine Zirkusschule ins Leben zu rufen.“

ridato ist eine Bürgerinitiative mit dem Ziel eine Willkommenskultur zu etablieren und die Integration der neuen Mitbürger*innen in unsere Gemeinschaft zu unterstützen. Etwa 20 Menschen sind im „harten Kern“ engagiert, viele unterhalten Patenschaften für geflüchtete Familien.

Ökohaus e.V. fördert mit Bildungsangeboten die Auseinandersetzung mit einer global gerechten und nachhaltigen Lebensweise.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege in der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/
Andreas Zumach, ständiger Korrespondent am Sitz der Vereinten Nationen in Genf und UNO-Experte, kam diese Woche im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage nach Rostock. Er sprach über die Krise der Vereinten Nationen, große Unsicherheit über die zukünftige Weltpolitik - hatte aber auch hoffnungsvolles zu sagen.

Herr Zumach, Sie sind seit 1988 Korrespondent am Sitz der Vereinten Nationen in Genf. Gibt es entscheidende Veränderungen der Wahrnehmung der UN - Sowohl der Selbst- als auch der Fremdwahrnehmung in dieser Zeit?
Nach dem Ende des Kalten Krieges 1989/90 gab es zunächst die weitverbreitete Hoffnung, dass die UNO nun auch all die Aufgaben anpacken kann, deren Erfüllung durch die 40 Jahre währende Ost-West-Blockade des Sicherheitsrates und anderer Gremien der Weltorganisation nicht möglich war. Doch diese Hoffnung ist inzwischen zunehmend der Wahrnehmung von einer machtlosen UNO gewichen. Insbesondere die letzten drei Jahre mit den eskalierenden Gewaltkonflikten in Syrien, Irak, der Ukraine, Israel/Palästina sowie mit der Ausbreitung des sogenannten "Islamischen Staat" haben den Eindruck von der Handlungsunfähigkeit und vom Scheitern der UNO verstärkt. Allerdings ist in jedem einzelnen Fall das nationale Interesse bestimmter Mitgliedsstaaten - insbesondere im Sicherheitsrat - für dieses Scheitern der UNO verantwortlich.

In den Kriegen der letzten Jahre, aktuell in Syrien, vermisst man eine starke UNO schmerzlich. Können die Vereinten Nationen noch das sein, wofür sie gegründet wurden? Ein Instrument um eine friedlichere Welt zu ermöglichen?
Eine handlungsfähige UNO ist vorstellbar. Denn das Versagen der Vereinten Nationen ist vor allem ein Versagen ihrer Mitgliedsstaaten. Es liegt an Ihnen, sich einzubringen. Um wirklich etwas zu bewegen bräuchte es mindestens eine entschlossene Minderheit. Dass sie als Instrument etwas bewegen kann, hat sich in der Vergangenheit durchaus gezeigt.

Wo, haben sie ein Beispiel?
Drei Beispiele: Sie hat das Verbot von Anti-Personenminen durchgesetzt, ebenso das Verbot von Streumunition, die Abkommen von Tokio und Paris zum Klimaschutz und den Internationalen Strafgerichtshof ins Leben gerufen. In allen genannten Fällen haben zunächst internationale Koalitionen von Nichtregierungsorganisationen (NRO) durch ihren beharrlichen Druck und ihre Lobbyarbeit dafür gesorgt, daß dann auch Regierungen einiger Staaten diese Anliegen aufgegriffen und schließlich eine Mehrheit der 193 UNO-Mitglieder dafür gewonnen haben. Mit dem entsprechenden Willen der Mitgliedstaaten könnte die UNO auch jetzt im Syrienkonflikt für eine Deeskalation und Beendigung des Krieges und die Herbeiführung einer politischen Lösung sorgen.Die Verantwortung hierfür liegt laut UNO-Charta beim Sicherheitsrat, der aber seit Beginn des Syrienkonflikts wegen der völlig konträren Interessen seiner ständigen, vetoberechtigten Mitgliedsstaaten völlig blockiert ist. Gäbe es die oben schon erwähnten, entschlossenen Mitgliedstaaten, wäre es möglich, dass die Generalversammlung die Verantwortung vom Sicherheitsrat übernimmt und mit großer Mehrheit eine Resolution verabschiedet. Mit der Forderung nach einem Waffenstillstand, dem Ende der Luftangriffe, der Aufhebung aller Belagerungen von Städten sowie der ungehinderten Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung mit humanitären Gütern.

Welche Reformen stehen Ihrer Meinung nach an?
In erster Linie eine Finanzreform, um die verlässliche Finanzierung aller Aufgaben der UNO dauerhaft sicherzustellen und unabhängiger zu machen vom nationalem Interesse oder Desinteresse der Regierungen der Mitgliedsstaaten. Eine Möglichkeit wäre eine weltweite UNO-Steuer, berechnet nach dem Bruttosozialprodukt der Mitgliedstaaten pro Kopf ihrer EinwohnerInnen. Und meiner Meinung nach bräuchte es zur Verhinderung oder Beendigung von Völkermord und von Verbrechen gegen die Menschheit wie zum Beispiel 1994 in Ruanda eine ständige Blauhelm- oder Polizeitruppe der UNO, die nicht erst im konkreten Bedarfsfall durch nationale Kontingente aus den Mitgliedsstaaten zusammengewürfelt wird.

Und welchen Beitrag könnte speziell Deutschland leisten, um die UN schnell im Syrien-Konflikt handlungsfähig zu machen?
Deutschland könnte seine indirekte Beteiligung an diesem Konflikt - zum Beispiel durch Waffenlieferungen an das stark in den Konflikt involvierte Saudi-Arabien - beenden. Zudem könnte die Berliner Regierung die stark belasteten Nachbarstaaten Syriens, Libanon, Jordanien und Irak entlasten, indem sie mehr syrische Flüchtlinge aus diesen Ländern übernimmt oder besser noch, mehr Geld an die UNO-Organisationen zahlt, die für die Versorgung dieser Flüchtlinge verantwortlich sind. Und schließlich könnte Deutschland in der UNO-Generalversammlung aktiv für die Verabschiedung einer Syrien-Resolution werben.

Was denken Sie, wird Donald Trump als neugewählter Präsident für die Arbeit der Vereinten Nationen bedeuten?
Was den Klimabereich betrifft, hat er die katastrophale Entscheidungen zum baldigen Austritt der USA aus dem Pariser Abkommen verkündet. Damit wäre viel passé, was unter der Obama-Administration immerhin erreicht wurde. Im schlimmsten Fall werden dann auch China, Indien und andere Staaten wieder aus dem Pariser Abkommen aussteigen. Die Erwägung Trumps, den früheren UNO-Botschafter der USA (in den 90er Jahren) John Bolton, einen der größten Feinde der Weltorganisation, mit einem wichtigen Regierungsposten im Bereich der Außenpolitik zu betrauen, lässt Schlimmes befürchten. Wie Trump das Verhältnis zur UNO konkret gestalten wird, werden wir aber erst genauer nach seinem Amtsantritt am 20. Januar erfahren.
„Die sollen einfach zum Kämpfen in die Wüste gehen"

16.11.2016, Greifswald Kinder sagen ja bekanntlich was sie denken. „Bist du auch ein Flüchtling?“ fragen sie Asmaa Aboukhaled, 16 Jahre alt, die ihnen zusammen mit Laura Armborst vom Bildungsanbieter verquer in der Greifswalder Stadtbibliothek das Buch „Bestimmt wird alles gut“ vorgelesen hatte. „Bist du in Syrien auch in die Schule gegangen?“, „Hast du auch Bomben gesehen?“, „Warum trägst du ein Kopftuch?“

Die Geschichte von Kirsten Boie erzählt die Geschichte einer Familie, die vor dem syrischen Krieg nach Deutschland flieht - aus Sicht eines 10 Jahre alten Mädchens. Dass die Geschichte von Krieg und Bomben, tagelanger Bootsfahrt auf dem Mittelmeer, vom Ankommen ohne Ausweis und Papiere, von Aufnahmelager und Erstunterkunft nicht erfunden, sondern real ist, verstanden die Kinder schnell - dafür war Asmaa Aboukhaleds Anwesenheit der Beweis.

Die 7-12 Jahre alten Schüler*innen der Kollwitz-, der Greif- und Pestalozzischule, der Martin- und Montessorischule kamen zu den insgesamt vier Lesungen, stellten Fragen und überlegten gemeinsam, was sie in einen Rucksack packen müssten, wenn sie überstürzt das Land verlassen müssten. Viele würden ihre Kuschel- und Haustiere einpacken und hörten aufmerksam zu, als Asmaa Aboukhaled von ihrer Katze erzählte, die sie in der Obhut ihrer Familie in Damaskus lassen musste.

„Ich fand es toll zu sehen, wie konzentriert die Kinder zugehört haben, wie sie an den spannenden Stellen mitgefiebert haben“, sagt Laura Armborst. Der Text wurde von animierten Bildern illustriert, die an die Wand geworfen wurden.

„Ich denke, dass die Kinder nun vielleicht ein bisschen verstehen können, dass es ihnen sehr gut geht. Dass sie hier im Frieden leben“, sagt Asmaa Aboukhaled. „Ich habe mich sehr gefreut, dass sie so offen sind und ihre Fragen einfach stellen. Die haben keine Angst, dass sie etwas falsches sagen könnten. Das ist bei Erwachsenen oft anders.“

Unter den Fragen waren auch solche, auf die es keine ausreichenden Antworten gibt: „Warum gibt es Krieg in Syrien?“ Asmaa Aboukhaled konnte zwar erklären, wie es zu dem Krieg kommen konnte, wer da gegen wen kämpft. „Aber es ist schon schwierig zu erklären, was man selbst nicht versteht“, sagte Laura Armborst: „Wieso dort so viele Menschen sterben müssen.“ Einen Lösungsvorschlag hatte ein Junge am Ende selbst geliefert: „Die sollen einfach in die Wüste gehen und da kämpfen!“ ruft ein Junge. Recht hat er.

Die Lesungen fanden im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage 2016 statt und waren eine Kooperation der Stadtbibliothek mit dem Bildungsanbieter Verquer.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege in der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/
Kontroverse Diskussion um Erbrechte, Homosexualität und gesellschaftliche Rollen

14.11.2016, Rostock Am Sonnabendvormittag diskutierten etwa 35 Besucher*innen auf Einladung des Islamischen Bunds und FABRO über die Rolle der Frau im Islam. Erst hielt Karim Sultan einen Vortrag, der einen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Frauenrechte durch den Propheten Mohammed legt. Dann gab es ein Interview mit Dr. Hasan Atia, die ihre persönliche Sicht zu Gleichberechtigung, Bildungschancen und Kopftuch im Islam darstellt.

Und dann wird diskutiert. Kontrovers wird es vor allem, als es um Homosexualität geht. Da wird Ahmed Maher Fakhouri, Sprecher des Islamischen Bundes kurz laut. Homosexualität sei im Koran ganz klar nicht akzeptiert, sagt er, da gebe es auch keine Interpretationsmöglichkeiten. „Kann ja jeder machen - geht aber mit dem Islam nicht konform“, so sein Fazit. Ob Interpretationen generell zulässig sind und Modernisierung möglich, auch darüber würde gestritten. Dabei wurde schnell deutlich, wie schwierig es ist, religiöse Praxis und kulturelle Herkunft voneinander zu trennen.

Leben und leben lassen

Referent Karim Sultan wies zum Ende noch einmal auf die Güte und Zwanglosigkeit des Islam hin. Klar gebe es Widersprüche zum westlichen Lebensstil in der Glaubenspraxis vieler Muslime. „Aber der Koran hat eine zentrale Botschaft, die ich mit „leben und leben lassen“ übersetzte würde“, sagte er zum Ende der Veranstaltung.

Der Vormittag hatte auch noch einen anderen Zweck: Er sollte zeigen, dass es „überhaupt Muslime in Rostock gibt“, „dass wir da sind und nicht Schlimmes im Sinn haben, einfach hier leben und uns positiv in die Gesellschaft einbringen wollen.“ wie Karim Sultan sagte. Das ist geglückt. Auch wenn es mehr solche Anlässe braucht, um im Kontakt und Dialog zu bleiben. Besonders deutlich wurde das in einer Diskussion im Anschluss. Gerade muslimische Frauen haben einen großen Bedarf an Kontakt untereinander, aber auch am Austausch mit anderen.

Zeigen, dass es überhaupt Muslime gibt

Der Islamische Bund Rostock. bekannt unter Rostocker-Moschee, ist eine Anlaufstelle für muslimische Bürger aller Nationalitäten. Der Verein wurde 1998 gegründet. Er ist unabhängig, unparteilich und selbsttätig. Der Islamische Bund setzt sich für Dialog, Integration und Frieden ein.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege in der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/

Kontakt: Karim Sultan 0170-3893918
Öffnungszeiten der Ausstellung: 11. November bis 31. Dezember | Di & Do 16-18 Uhr, Sa 9-12 Uhr

12.11.2016, Güstrow Für Julius, 10 Jahre, und Achmed, 13 Jahre, ist der Titel der Ausstellung „Aus Fremden werden Freunde“, längst Realität. Sie spielen zusammen Fußball und treffen sich regelmäßig „weil unsere Eltern auch befreundet sind“, wie sie sagen. Andere Teilnehmer*innen der Aktion haben sich am Freitagabend erst kennengelernt. Bis zu 80 Menschen drängten sich zur Ausstellungseröffnung im Komm-Center. Um sich die 13 Plakate anzusehen, auf denen jeweils Porträts zweier Menschen zu einem zusammengesetzt sind. Um alte Bekannte zu treffen und neue kennenzulernen.

Alexis Schwartz von der Partnerinitiative für Toleranz und Weltoffenheit Güstrow und zwei Schüler der Freien Schule eröffneten die Ausstellung. Denn die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt, zu dem die Güstrower Schüler*innen viel beigetragen haben. „Wir haben einen Nachmittagskurs, in dem wir Aktionen wie diese planen“; erzählt Paul, 15 Jahre alt, von der Freien Schule. „Die Ausstellung ist eine tolle Möglichkeit, Menschen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen“, sagt er. Den jungen Mann, mit dem zusammen er eines der Porträts darstellt hat er in dem Gewimmel nicht entdeckt - vielleicht ist er heute nicht gekommen.

Komm-Center: eine fast unglaubliche Geschichte

Im Komm-Center scheint die Ausstellung an diesem Abend genau richtig. Denn wenn es einen Ort für ihr Motto „Aus Fremden werden Freunde“ gibt, dann ist es das Komm-Center mit seiner eigentlich unglaublichen Geschichte: Familie Meier engagiert sich im Herbst 2015 für Geflüchtete. Christian Meier gibt sogar seinen Job als Unternehmensberater auf, um beim DRK für die Grundbedürfnisse der Neuankommenden zu sorgen. Und auch privat kommt es zu vielen Kontakten mit Geflüchteten. Als die beiden merken, dass ihre Küche aus allen Nähten platzt, beschließen sie, die leerstehenden Gewerberäume ihres Hauses in der Mühlenstraße als Begegnungsraum zu öffnen. Das Komm-Center ist geboren. Seit Mai 2016 ist dort ein wachsendes Team aus einheimischen und neuen Güstrowern dabei, ein abgefahrenes Projekt mit Leben zu füllen. Schachnachmittage, Umsonstladen, Sprachkurse, spontane Feste und Gesprächsrunden. An der Pinnwand Anfragen wie „Bist du auch Alleinerziehende?“ oder „Wer hat Lust auf gemeinsame Ausflüge und Radtouren?“

Friedvolles Miteinander

„Am Freitag hat sich Komm-Center einmal mehr gezeigt, dass in Güstrow Menschen unterschiedlichster Hintergründe friedvoll gesellschaftliches Miteinander gestalten können“, sagt Alexis Schwartz zum Abschluss der Veranstaltung. „Besonders gefreut hat mich die Vielfalt der beteiligten Menschen - Jugendliche der Freien Schule, der Fotograf Uwe Friedrich, die Macher des Komm-Centers. Und die fast hundert Leute, die sich fotografieren ließen. Alle wollen ein Zeichen dafür setzen, dass uns Neu- und Alt-Güstrower mehr verbindet, als uns trennt.“ Über 80 Menschen waren dem Aufruf der Freien Schule und der Partnerinitiative gefolgt und hatten sich an der Aktion beteiligt.

Die Partnerinitiative für Toleranz und Weltoffenheit Güstrow ist ein loser Zusammenschluss aus haupt- und ehrenamtlich Aktiven, die Neu-Güstrower*innen den Start in ihrer neuen Stadt erleichtern wollen.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege und Krisen der Welt. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe.Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/

Kontakt: Alexis Schwartz, 0381 77088379
Klara Weda ist 18 Jahre alt und in der Aktivengruppe der BUNDjugend Neubrandenburg aktiv.

Klara, du gehörst zur Aktivengruppe bei der BUNDjugend Neubrandenburg, ihr macht normalerweise Ufersäuberungsaktionen oder presst Apfelsaft von Apfelbäumen auf Streuobstwiesen. Zu den Entwicklungspolitischen Tagen organisiert ihr zwei Veranstaltungen, einer davon ist ein Poetry Slam. Wie passt eine Kulturveranstaltung mit dem Umweltverband zusammen?
Wir sind seit etwa einem Jahr dabei, Geflüchtete in unsere Arbeit einzubeziehen. Das heißt, dass wir sie einladen und ganz selbstverständlich überall hin mitnehmen, zu den Sachen, die wir sowieso machen. Also auch zum Apfel pressen oder wenn wir Müll sammeln. Unser Ziel ist, nicht extra Begegnungsveranstaltungen zu organisieren, sondern die Leute einzubinden. An der Fachhochschule findet häufiger ein Poetry Slam statt, an dem einige von uns auch schon teilgenommen haben. Und wir wollten einfach mal auch diesen Menschen, eine Möglichkeit geben, Texte oder andere Darbietungen zu präsentieren.

Wie funktioniert das mit der Sprache?
Die meisten können Englisch, manche auch schon sehr gut Deutsch. Ich denke, es werden aber auch einzelne Beiträge auf Arabisch dabei sein - was nicht schlimm ist. Viel kommt durch die Art der Darbietung rüber und mal ein paar Minuten nichts zu verstehen ist, denke ich auch eine ganz gute Übung.

Wie ist eure Erfahrung damit, die Geflüchteten einzubeziehen?
Für mich persönlich ist es eine Bereicherung: Unsere Gruppe besteht aus 12-15 Aktiven zwischen 16 und 24 Jahren. Und wir sind schon sehr homogen, interessieren uns für die gleichen Themen, haben ähnliche Erfahrungen gemacht, ähnliche Einstellungen. Das wird durch die Geflüchteten ein bisschen aufgeweicht. Man bekommt andere Sachen mit, hinterfragt sich auch mal. Das wird sich, denke ich, auch in den Texten des Poetry Slam widerspiegeln.

Inwiefern?
Bei den Slams, die ich bisher besucht habe, ging es viel um Probleme, die privilegierte Leute haben. Liebeskummer, Identitätskrisen, Probleme mit den Eltern…Die Art von Probleme, die man hat, wenn man in Deutschland lebt, ein Dach über dem Kopf und genug zu essen hat. Und keine Angst vor Krieg haben muss, Familienmitglieder oder Freunde zu verlieren. Das wird mit den Beiträgen der Geflüchteten auf jeden Fall anders.
Interview mit einer der Organisator*innen der Entwicklungspolitischen Tage in Greifswald, Hanna Sewing vom Kultur- und Initiativenhausverein

Warum überhaupt Krieg_Frieden?
Das Thema ist bei einer landesweiten Abstimmung des Eine-Welt-Landesnetzwerks ausgewählt worden. Wir in Greifswald haben dann überlegt, welche Veranstaltungen wir dazu anbieten können. So wichtig wir es finden, über Krieg und die Ursachen zu informieren, war uns klar, dass wir uns auf die Suche nach Friedenswegen fokussieren wollen.

Wo findet sich das in den Veranstaltungen wider?
Mein persönliches Highlight ist, dass wir das Ashtar Theater eingeladen haben. Ein Palästinensisches Theater das einerseits professionell als Theater arbeitet, aber auch pädagogische Angebote an Jugendliche macht. Und was die in Palästina machen, ist Friedensarbeit mit den Mitteln des Theaters. Ich bin sehr gespannt auf die Produktion, die hier mit Greifswaldern und Geflüchteten entstehen wird.

Ist das Thema nicht unheimlich bedrückend?
Ja, aber es ist auch sehr aktuell und beschäftigt alle. Um dem Thema die Schwere zu nehmen haben wir versucht, Formate zu finden, die unterhaltsam sind und trotzdem tiefgründig. Das war gar nicht so leicht, die Nachrichtenlage hat uns ganz schön auf die Stimmung geschlagen. Aber es ist eine Party dabei, wir haben einen Chorabend, bei dem Lieder aus Kriegszeiten gesungen und passende Texte gelesen werden, es werden Filme gezeigt.

Und dann gehen alle nach Hause und sind erschüttert.
Unser Ziel ist, dass Leute nach Hause gehen und mehr wissen. Und, wenn es gut läuft auch noch eine Idee haben, dass es Sinn machen kann, selbst etwas zu bewegen, egal wie klein der Beitrag scheinen mag.

Aber was kann man von hier aus schon gegen einen Krieg ganz woanders auf der Welt machen?
Es ist ja nicht so, dass die von uns komplett losgelöst sind. Wenn wir über die Flüchtlingskrise reden oder über viele andere Missstände und Probleme in der Welt, vergessen wir oft, dass das alles auch mit uns zu tun hat. Darum laden wir so jemanden wie den Rüstungsgegner Jürgen Grässlin ein, der sagt: „Deutschland ist drittgrößter Exporteur von Kleinwaffen und liefert die auch in Kriegs- und Krisenregionen.“ Oder wir lassen Menschen aus Greifswald zu Wort kommen, die aus eigenem Erleben berichten können. Zum Beispiel syrische Flüchtlinge. Oder eine Entwicklungshelferin, die im Kongo gearbeitet hat. Engagement hier macht schon Sinn. Wir haben auch eine Gruppe eingeladen, Cadus aus Berlin, die in Syrien eine Mobile Klinik aufbaut. Das ist natürlich nichts für jeden. Aber auch wenn die Veranstaltungen dazu beitragen, dass wir unseren Frieden hier nicht selbstverständlich, sondern eher als zerbrechlich und kostbar wahrnehmen, ist schon was geholfen. Oder wenn wir anders mit den Menschen umgehen, die aus dem Krieg zu uns kommen.

Die Übersicht der Veranstaltungen in Greifswald hier: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/stadt/greifswald/
Ehrenamtliches Engagement mit Verleihung des Eine Welt Förderpreises gewürdigt

2.11.2016 Rostock Am Dienstagabend eröffnete Andrea Krönert, Koordinatorin des Eine-Welt-Landesnetzwerkes im Rostocker Rathaus die 16. Entwicklungspolitischen Tage unter dem Motto Krieg_Frieden. Im Rahmen der Eröffnung wurde auch der Ökumenische Eine Welt Preis vergeben, viele der 125 Gäste gehörten zu den 19 Initiativen, die sich um den Preis beworben hatten. Jede der Gruppen wurde in einer multimedialen Kurzpräsentation vorgestellt.

„Es war großartig zu sehen in welcher Vielfalt und mit wie viel Energie sich die Gruppen in der globalen Bildungsarbeit oder der Flüchtlingshilfe engagieren“, sagte Andrea Krönert, „zu hören was für tolle Projekte auch an kleineren Orten wie Torgelow, Bad Doberan, Stargrad oder Barth umgesetzt werden, war sehr ermutigend.“ Den mit 2.500 Euro dotierten Ersten Preis erhielt die Arbeitsgruppe Asyl in der Kirchengemeinde Tribsees, die einen ehemaligen Milchladen in der Altstadt zum interkulturelle Treffpunkt umgewandelt hat, und Geflüchtete in das Leben der Stadt und Kirchengemeinde einbindet.

„Jeder hier hätte den Preis ebenso, wenn nicht noch mehr verdient als wir.“ sagte Heiko Kauffmann von der Arbeitsgruppe sichtlich bewegt nach einer Laudatio von Bischof Andreas von Maltzahn. „Ich empfinde in Europa zunehmend einen Mangel an Menschlichkeit und Solidarität. Wir müssen noch viel mehr Menschen erreichen und begeistern mitzumachen."

„Wir tun gut daran, den vielen Krisen um uns herum mehr Aufmerksamkeit zu schenken, über Lösungsstrategien nachzudenken und uns mehr einzubringen “, sagt Peter Stein (CDU), Mitglied des Bundestags, der an der Veranstaltung teilgenommen hat. „Darum war es mir auch wichtig, her zu kommen.“

Neben Wolfgang Nitzsche (Die Linke) dem Präsidenten der Rostocker Bürgerschaft gab Jürgen Grässlin, der in Rüstungsgegnerkreisen als eine Art Star gehandelt wird, ein Input. Unter konzentrierter Stille wies er auf Deutschlands Rüstungsexporte und unsere Mitverantwortung für viele Kriegstote - getötet durch deutsche Waffen. Anschließend schlug er einen Bogen zum notwendigen und möglichen Engagement hier in Deutschland.

Mit der Eröffnung beginnen die Entwicklungspolitischen Tage: Bis zum 22. November werden 84 Veranstaltungen an 17 Orten in ganz Mecklenburg-Vorpommern das diesjährige Thema Krieg_Frieden aufgreifen. Theater, Musik, Vorträge, Lesungen und Workshops wollen Interesse wecken, zum Nachdenken und Mitmachen bewegen.

Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage
Entwicklungspolitische Tage 2016 auf der Suche nach Frieden

30.10.2016 Anklam Im November laufen drei Veranstaltungen in Anklam unter dem Motto Krieg_Frieden, dem Thema der diesjährigen Entwicklungspolitischen Tage. Das palästinenische Ashtar Theater zeigt am 13. November im Demokratiebahnhof Anklam ein Stück, das es gemeinsam mit Greifswaldern und Geflüchteten entwickelt hat, im Anschluss werden Kurzfilme gezeigt. Auch am 15. November ist das Ashtar Theater in Anklam zu Gast, dann mit den Syrischen Monologen, einem Stück, das gemeinsam mit 120 syrischen Flüchtlingen in Jordanien entwickelt wurde. Es greift ihre Situation auf und gibt ihnen ein Stimme.

„Wir hatten 2015 schon die Asylmonologe in Anklam“, sagt Claudia Kaschier vom Anklamer Demokratiebahnhof, „das war ein toller Erfolg. Viele Anklamer und Anklamerinnen waren da. Spannend finde ich, dass beide Stücke weitgehend ohne Sprache funktionieren.“

Am 4. und am 22., 23., 24., und 25. November lesen Freunde des Demokratiebahnhofs in der Anklamer Stadtbibliothek für Kinder der zweiten Klasse das Kinderbuch „Bestimmt wird alles gut“, in dem Kirsten Boie das Schicksal einer syrischen Familie nacherzählt und für Kinder erleb- und begreifbar macht.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege und der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

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Entwicklungspolitische Tage auf der Suche nach dem Frieden

28.10.2016 Neubrandenburg Vom 1. November bis 7. Dezember laufen neun Veranstaltungen in Neubrandenburg unter dem Motto Krieg_Frieden: Theater, eine Ausstellung, Vorträge, eine Clowns-Show, Poetry-Slam und ein Film.

Marlen Fuhrmann von der Gesellschaft der Liebhaber des Theaters entwickelt mit ihrer Theatergruppe aus Schüler*innen und Student*innen ein Straßenstück, bei dem es darum geht, auch das Publikum miteinzubeziehen. „Ich glaube Krieg und Frieden ist kein Trendthema, sondern daueraktuell, ein Thema, das viele Leute sehr beschäftigt“, sagt sie.

Die Bundjugend Neubrandenburg zeigt die Ausstellung "Schwarz ist der Ozean", organisiert einen Vortrag zum Thema Rechte auf Demonstrationen und einen mehrsprachigen Poetry Slam zum Thema Krieg und Frieden. Das palästinensische Ashtar-Theater spielt sein Stück „Syrische Dialoge“ und im Café International zeigen die Rostocker Klinikclowns eine Show, mit der sie in den Flüchtlingsunterkünften in Mecklenburg-Vorpommern auftreten. Im Dezember zeigt die Ökumenische Arbeitsstelle zusammen mit der Friedensgemeinde Neubrandenburg den Film Timbuktu, in dem es um Menschen in Mali geht, die 2012 unter eine islamistische Terrorherrschaft gerieten.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege und der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

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Entwicklungspolitische Tage 2016 auf der Suche nach Frieden

27.10.2016 Stralsund Vom 28. Oktober bis zum 16. November laufen vier Veranstaltungen in Stralsund unter dem Motto Krieg_Frieden: ein Theater, ein Vortrag, ein Film und ein Erzählabend. Fünf Vereine und Initiativen aus Stralsund, die an globalen Fragen arbeiten, stehen hinter dem Programm.

Fabian Czerwinski von der Initiative Stralsund global hat für Sonntag, den 6. November den Verein Cadus nach Stralsund geholt. Cadus leistet der Bevölkerung in der nordsyrischen Provinz Rojava technische und medizinische Hilfe. Für einige Stralsunder wird das ein Wiedersehen: Cadus war im November 2015 bereits in Stralsund. „Viele Menschen waren im letzten Jahr sehr beeindruckt von der Initiative“, sagt Fabia Czerwinski. „Uns ist es ein Anliegen, dranzubleiben und Cadus weiter zu unterstützen. Bei der NGO ist das Interesse der Stralsunder angekommen. Im Anschluss an die Veranstaltung im letzten Jahr gab es viele, zum Teil hohe Einzelspenden.

Als erste Veranstaltung in Stralsund kommt am 30. Oktober das dokumentarische Nö-Theater mit dem Stück „A wie Aufklärung“ in die Kulturkirche St. Jakobi. Am 13. November zeigen die Stralsunder BUND-Mamas den Film „10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?“ - mit Kinderbetreuung! Am Mittwoch, den 16. November organisiert die Jurte der Kulturen in der Volkshochschule einen Erzählabend mit Raum für Geschichten des Friedens.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege in der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe.Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

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Entwicklungspolitische Tage auf der Suche nach dem Frieden

27.10.2016 Bergen Vom 1. bis zum 22. November stehen ein Theaterstück, der Bundesweite Vorlesetag und eine Gesprächsrunde im Medien- und Informationszentrum (MIZ) in Bergen auf Rügen unter dem Motto Krieg_Frieden. Die Veranstaltungen laufen im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage MV, einer landesweiten Veranstaltungsreihe und finden in Bergen in Kooperation mit dem Jugendring Rügen e.V. statt.

„Das Thema ist sehr aktuell, wir merken, dass Kinder und Jugendliche Fragen haben, Gespräche von Erwachsenen mithören und auch Ängste entwickeln.“ sagt Juliane Steinberg, Leiterin des MIZs. Das Theater Vorpommern zeigt am kommenden Dienstag, den 1. November um 19 Uhr sein Stück „Krieg. Stell dir vor er wäre hier.“, zum Bundesweiten Vorlesetag am 18. November um 14 und 16 Uhr werden im MIZ zwei Geschichten zum Thema Flucht gelesen. Eine offene Lese- und Gesprächsrunde mit Ronald Prinz und Rainer Eggers, am 22. November um 18.30 Uhr eröffnet das Thema für Erwachsene. Das MIZ und der Jugendring Rügen e.V. haben in diesem Schuljahr bereits mit dem Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium in Bergen zu diesem Thema zusammengearbeitet: Dabei haben sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Krieg und Frieden in der Musik beschäftigt und Stücke eingeübt.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege in der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

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Interview mit Jürgen Grässlin

Herr Grässlin, in diesen Wochen lesen Sie im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage in Schwerin, Neustrelitz, Rostock und Greifswald aus ihren aktuellen Büchern. Die Entwicklungspolitischen Tage stehen unter dem Motto: Krieg_Frieden - was haben wir überhaupt mit dem Krieg zu tun?

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Diese Schlüsselaussage von Paul Celan in seinem Gedicht „Die Todesfuge“ zu den Schrecken des Zweiten Weltkriegs gilt – in anderer Form – leider noch immer. Heutzutage werden deutsche Kriegswaffen mit Zustimmung der Bundesregierung in kriegführende Staaten, in menschenrechtsverletzende Staaten, sogar in astreine Diktaturen verkauft. Wir sind weltweit die Nummer drei bei den Kleinwaffenexporten, die Nummer fünf bei Großwaffensystemen. Die Folgen sind desaströs: Waffenhandel ist die tödlichste Form der deutschen Wirtschafts-, Außen- und Sicherheitspolitik. Wohlgemerkt tödlicher als jeder Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Seit Mitte der 1980er Jahr recherchieren Sie zu Rüstungsexporten deutscher Firmen. Wo bekommen Sie ihre Informationen her?

Viele Infos, zum Beispiel die offiziellen Statistiken zu Rüstungsexporten sind öffentlich. Zudem werten wir beim Freiburger RüstungsInformationsBüro die nationale wie internationale Fachpresse aus. Und wir haben auch Kontakt zu Whistleblowern, die vertraulich Firmengeheimnisse weitergeben, weil sie Gesetzesverstöße mitbekommen und dazu nicht schweigen wollen.

In Ihrem aktuellen Buch „Netzwerk des Todes“ zeigen Sie die Verstrickung deutscher Behörden mit der Waffenindustrie auf, die den gesetzeswidrigen Export tausender G36-Sturmgewehre nach Mexiko ermöglichte.

Ja, das war ein bedrückender Erkenntnisprozess. Für einen Demokraten sind derartige Machenschaften kaum zu ertragen. Ich musste einsehen, dass ich nicht nur gegen die Waffenindustrie, sondern auch gegen Regierungspolitiker und Teile der deutschen Justiz kämpfe. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart, der wir umfangreich Material übergeben haben, hat sich geweigert, gegen die Behörden zu ermitteln – trotz eindeutiger Beweislage. Stattdessen wurden Ermittlungen gegen uns Autoren eingeleitet, da wir vertrauliches Material im Netzwerk-des-Todes-Buch, im Spielfilm „Meister des Todes“ und im dazugehörigen Dokumentarfilm „Wie das G36 nach Mexiko kam“ auszugsweise verwenden haben. Dabei handelt es sich um genau das Material, das der Stuttgarter Staatsanwaltschaft übergeben haben.

Sie geben der Staatsanwaltschaft Dokumente und daraufhin wird gegen Sie ermittelt?

Sechs Millionen Zuschauer haben die Filme in der ARD gesehen, die Staatsanwaltschaft klagt auf der Basis unserer Informationen sechs ehemalige Heckler & Koch-Mitarbeiter, wir bekommen im Frühjahr 2016 den renommierten Grimme-Preis. Zur Belohnung für unsere Unterstützung ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen uns – ist das nicht absurd? Aber wir werden auch diesen Prozess gewinnen.

Sie haben letztlich alle Ihre Gerichtsprozesse gewonnen, auch gegen Daimler und dessen langjährigen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp - nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als würden sie auf 90.000,- Euro Prozesskosten sitzen bleiben. Gibt es da nicht auch einen Punkt, an dem man aufgeben will?

Zum Glück bin ich ein lebensfroher Mensch, der so agieren kann, wie er agiert, weil Familie, Freunde und politisches Umfeld geschlossen hinter mir stehen. Dennoch gab es angesichts der konzernfreundlichen Entscheidungen der Hamburger Justiz tatsächlich den Punkt, an dem ich meine Frau Eva gefragt habe, ob wir angesichts der immens hohen Prozesskosten wirklich weiter machen wollen. Ich bin Lehrer von Beruf, die Kosten überstiegen damals unsere Möglichkeiten. Dank der Hilfe von Freunden und einem großen Netzwerk konnten wir die Prozesse stemmen. Für meine Frau war das Weitermachen keine Frage. Sie wundere sich, dass ich das Prozesskostenrisiko überhaupt diskutieren wollte.
Final habe ich 2009 vor dem Bundesgerichtshof gegen Schrempp und den Daimler-Konzern gewonnen. Noch gilt die grundgesetzlich verbriefte Meinungsfreiheit in Deutschland. Im Übrigen hat sich seither alles verkehrt. Ich klage derzeit gegen H&K, Sig Sauer und Carl Walther wegen des Verdachts illegaler Waffentransfers.

Heckler & Koch wehrt sich aber.

Der Gegenschlag zielt ins Leere. Vor Monaten hat mir H&K eine Unterlassungsverfügung geschickt. Ich dürfe nicht mehr behaupten, dass im Durchschnitt alle 14 Minuten ein Mensch durch eine Waffe von Heckler & Koch stirbt. Ich habe zurückgeschrieben, dass aufgrund der neu im Markt implementierten Waffengeneration mittlerweile durchschnittlich alle 13 Minuten sein Leben verliere. Der kommende Prozess wird spannend – ich werde die ARD, ZDF und den SPIEGEL mitbringen. Allerdings hat H&K seither nichts mehr von sich hören lassen. Wahrscheinlich scheut das Unternehmen die öffentliche Diskussion um die immens hohe Zahl von H&K-Opfern.

Was wird die wichtigste Botschaft ihrer Buchpräsentationen sein?

Ich glaube, dass viele Menschen meine Desillusionierung bezüglich der Politik und der Behörden teilen. Sie fühlen sich durch die Regierungs- und Konzernpolitik nicht gut vertreten. Die Wahlergebnisse, bei uns in Baden-Württemberg und bei euch in Mecklenburg-Vorpommern spiegeln das klar wider. Manche Leute wünschen sich sogar eine starke Hand und wählen AfD - das ist fatal. Ich würde gerne einen anderen Weg aufzeigen: Unsere aktuelle Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ wird mittlerweile von über hundert Organisationen in Deutschland unterstützt. Das ist ein einzigartig breites Bündnis der Friedens-, Entwicklungs- und Menschenrechtsbewegung, der beiden großen christlichen Kirche und humanitärer Hilfswerke.
Wir brauchen gesteigerten öffentlichen Druck zum Stopp von Rüstungsexporten. Eine repräsentative EMNID-Umfrage vom Januar diesen Jahres belegt einen ersten großen Erfolg: 83 Prozent der Deutschen sind mittlerweile für einen völligen Stopp des Waffenhandels. Wir werden das Thema aktiv in den nächsten Wahlkampf 2017 bringen. Ich möchte den Menschen gerne Mut machen und sie bitten: Bringt euch ein, engagiert euch in der sozialen Bewegung – wir kämpfen gewaltfrei für eine friedlichere und gerechtere Welt. Und das mit erfreulichen Erfolgen!


Jürgen Grässlin, 59 Jahre alt, ist Realschullehrer und kommt in seinen Herbstferien nach Mecklenburg-Vorpommern. Er gilt laut DER SPIEGEL und DIE ZEIT als der profilierteste Rüstungsgegner und Friedensaktivist Deutschlands. Er ist u.a. Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.) Seit 1994 publiziert Bücher über die deutsche Rüstungs- und Automobilindustrie, über Opfer und Täter. Gegen Unterlassungsverfügungen hat er vor Gericht umfassend gewonnen hat. Aktuell hat er Strafanzeige gegen die drei Kleinwaffenproduzenten Heckler & Koch, Sig Sauer und Carl Walther gestellt.
2013 erschien sein Buch „Schwarzbuch Waffenhandel“, 2015 das Buch „Netzwerk des Todes“. Grässlin ist Mitinitiator der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ Der Aufschrei-Kampagne sind mittlerweile weit über hundert Organisationen beigetreten. In diesem Jahr wurde Grässlin der renommierte Grimme-Preis und die Ehrendoktorwürde der Università del bene comune bei Verona verliehen. Im Dezember folgt der Stuttgarter Friedenspreis.


ashtar
26.10.2016 Rostock Am Dienstag den 1. November werden die Entwicklungspolitischen Tage 2016 um 17 Uhr im Foyer des Rostocker Rathauses eröffnet. Während der Eröffnung wird der Ökumenische Förderpreis Eine Welt verliehen. Jürgen Grässlin, einer der gefragtesten und profiliertesten Rüstungsgegner Deutschlands wird einen Input geben, Bürgerschaftspräsident Dr. Wolfgang Nitzsche hält das Grußwort.

"Die Entwicklungspolitischen Tage sind jedes Jahr wieder das wichtigste Event des Jahres für alle, die in Mecklenburg-Vorpommern an globalen Themen arbeiten“, sagt Andrea Krönert, Koordinatorin des Eine-Welt-Landesnetzwerks in Mecklenburg-Vorpommern. „Und die Eröffnung ist deshalb genau der richtige Ort, um den Ökumenischen Förderpreis Eine Welt zu verleihen. Denn der würdigt diese Engagement und macht den Initiativen sichtbar, dass sie nicht alleine, sondern Teil einer Bewegung sind.“

„Insgesamt 19 sehr überzeugende Bewerbungen und Vorschläge sind eingereicht worden, die von großem Engagement zeugen“, sagt Änne Lange, Jurymitglied und Mitarbeiterin der Ökumenischen Arbeitsstelle Mecklenburg im Zentrum Kirchlicher Dienste in Rostock. Es sei eine Freude gewesen die Unterlagen zu lesen und schwer gewesen, aus den guten Projekten die drei Preisträger auszuwählen. „Der erste Preisträger erhält einen Wanderpokal, eine von Händen umfasste und aus Bronze gestaltete Weltkugel“, sagt sie.

Der mit insgesamt 4.500 Euro dotierte Ökumenische Förderpreis Eine-Welt wird an Initiativen und Projekte verliehen, die sich für Gerechtigkeit in der Einen Welt, für Geflüchtete und für lebendige Süd-Nord-Partnerschaften engagieren.

Träger des Ökumenischen Förderpreises Eine Welt Mecklenburg-Vorpommern sind: Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg, Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis, Erzbistum Berlin, Erzbistum Hamburg, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe.Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/

Kontakt: Andrea Krönert, 0381 20 373 846 oder 0176 21 89 68 61, info@eine-welt-mv.de
Entwicklungspolitische Tage auf der Suche nach dem Frieden

26.10.2016 Schwerin Vom 28. Oktober bis zum 16. November stehen elf Veranstaltungen in Schwerin unter dem Motto Krieg_Frieden: Lesungen, Vorträge, Filme, Workshops und Theater. 15 Vereine und Initiativen aus Schwerin, die an globalen Fragen arbeiten, stehen hinter dem Programm.

„Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist für mich der Thementag „Frieden und Krieg to go“, sagt Anke Bobusch vom Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern. An dem Tag gibt es Workshops zu gewaltfreier Kommunikation, einen Vortrag und Workshop zu Religion und Krieg. Und den Film „Notaufnahme“, in dem es um die Ankunft von Geflüchteten 2015 in Mecklenburg geht. „Den Tag haben wir mit vielen Initiativen gemeinsam gestaltet. Uns war es wichtig, dass man jederzeit einsteigen und auch nur kleine Häppchen mitnehmen kann. Und es gibt eine kostenlose Kinderbetreuung.“

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege und der Welt. Und um die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe.Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/stadt/schwerin/
Eine Zusammenstellung aller Schweriner Veranstaltungen unter http://www.weltladen-schwerin.de/
Entwicklungspolitische Tage auf der Suche nach dem Frieden

26.10.2016 Rostock Vom 1. bis zum 22. November stehen elf Veranstaltungen in Rostock unter dem Motto Krieg_Frieden: Lesungen, Vorträge, Filme und Workshops. 17 Vereine und Initiativen aus Rostock stehen hinter dem Programm.„Bei der ersten Beschäftigung mit dem Thema hatten wir wahnsinnig viele Ideen für Themen, die sich um Krieg drehen. Um Hintergründe, Erklärungsansätze, Entwicklungen. Das ist alles wichtig, aber wir wollten ja eigentlich vor allem über die Wege zum Frieden nachdenken“, sagt Kim Lukács vom Ökohaus Rostock. „Am Ende haben es dann doch sehr viele friedensstiftende Veranstaltungen, in das Programm geschafft, auch wenn sie erstmal nicht auf der Hand lagen.“

Um den Frieden geht es, wenn auf der Eröffnung der Entwicklungspolitischen Tage mit Jürgen Grässlin einer der engagiertesten und profiliertesten Rüstungsgegner Deutschlands spricht. Oder wenn in einer mehrsprachigen Erzähl- und Schreibwerkstatt Menschen ihre Krieg- und Friedensgeschichten aufschreiben können. Inneren Frieden schafft vielleicht eine Auseinandersetzung mit dem eigenen „Weißsein“, den ungerechten Privilegien, die mit der weißen Hautfarbe einhergehen. Dazu gibt es einen Workshop „Rassismus(reproduktionen) in der Arbeit mit Geflüchteten“.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um Kriege und Krisen - und die Suche nach Frieden. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/stadt/rostock/
Emotionale Zugänge - Einblicke in Kriege und die Suche nach Frieden

26.10.2016 Greifswald Vom 1. bis zum 22. November stehen 24 Veranstaltungen in Greifswald unter dem Motto Krieg_Frieden: Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Theater und Musik. 18 Vereine und Initiativen aus Greifswald stehen hinter dem Programm.
„Einer unser Ansprüche an die Veranstaltungsreihe ist, dass wir komplizierte Themen zugänglich machen, durch Formate, die gerne auch ironisch sein dürfen und Spaß machen“, sagt Hanna Sewing vom Kultur- und Initiativenhausverein. „Das war dieses Jahr gar nicht so leicht und hat nicht immer geklappt. Auch in unserer Vorbereitungsgruppe hat die Nachrichtenlage auf die Stimmung geschlagen.“

Spürbar wird diese Form der Betroffenheit auch in der Wahl der Veranstaltungen. So ist einer der Höhepunkte das palästinensische Ashtar Theater, das mit sieben Schauspieler*innen und einem eigenen Stück anreist. Ein anderes Stück entsteht in einem Workshop zusammen mit einheimischen und geflüchteten Greifswaldern und wird am 14. 11. um 19 Uhr aufgeführt. Aber auch wenn Freiwillige aus Deutschland von ihrem Engagement in den kurdischen Gebieten im Norden Syriens berichten oder Geflüchtete im Begegnungszentrum Mole ihre persönlichen Geschichten preisgeben, liegen die Emotionen dicht unter der Oberfläche.

Andere Veranstaltungen bieten eher rationale Zugänge und neue Blickpunkte auf die Kriege und Krisen dieser Welt. Theater, Lesungen, Radiosendungen, eine Ausstellung und Vorträge zeigen die Situation im Kongo, Syrien, Afghanistan, Palästina und Weißrussland. Jürgen Grässlin, einer der gefragtesten Rüstungsexperten Deutschland spricht am 3.11. um 20 Uhr über den deutschen Waffenhandel und Rüstungsexporte.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege und Krisen der Welt. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/stadt/greifswald/

Kontakt: Hanna Sewing, 03834-7737881 evs@straze.de
Höhepunkt Ausstellung im Komm-Center

25.10.2016 Güstrow Unter dem Motto Krieg_Frieden stehen fünf Veranstaltungen der Entwicklungspolitischen Tage in diesem November in Güstrow. An zwei Filmabenden, in einem Vortrag, einer Ausstellung und an einem kulturellen Abend geht es um Krieg und die Suche nach Frieden. „Mein persönliches Highlight ist die Ausstellungseröffnung unserer „Begegnungsreise in Bildern“, am 11. November um 17 Uhr im Komm-Center, sagt Alexis Schwartz von der Partnerinitiative für Weltoffenheit und Toleranz in Güstrow.

In der Ausstellung werden Porträts zu sehen sein, die sich aus Bildern von alten und neuen Güstrower*innen zusammensetzen. 87 Menschen haben sich bei den Akteuren gemeldet, zum Teil über Facebook von der Aktion erfahren und mitgemacht. „Die Ausstellung ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass uns mehr verbindet als trennt, ein Beitrag zu einer friedvollen Gesellschaft.“ sagt Alexis Schwartz. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftswerk der Freien Schule, der Partnerinitiative, des Komm-Centers und des Rostocker Vereins Soziale Bildung.

Auch die anderen vier Veranstaltungen begeben sich auf die Suche nach friedlichen Lösungen für die Kriege und Krisen in dieser Welt. In dem Dokumentarfilm „Seefeuer“, der im Klubkino und im Kunsthaus gezeigt wird, geht es um den 12 Jahre alten Samuele und seine Begegnungen mit den tausenden Flüchtlingen, die seit Jahren auf seiner Heimatinsel Lampedusa ankommen. Attac organisiert einen Vortrag über Frieden, Konflikte und Kriege im 21. Jahrhundert. Und Kostproben iranischer Musik, Kultur und Lyrik gibt es bei einem Kulturabend in der Uwe Johnson-Bibliothek.

Krieg_Frieden ist das Motto der 16. Entwicklungspolitischen Tage, einem Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern. Vom 1. bis 22. November geht es in diesem Jahr um die Kriege und Krisen der Welt. 84 Veranstaltungen an 17 Orten eröffnen Zugänge zu komplexen, globalen Fragen. Was können wir ausrichten? Hier? Und weltweit? Die Entwicklungspolitischen Tage wollen helfen, Wege aus der Ohnmacht zu finden und Mut machen, sich einzumischen. Sie sind eine der größten Veranstaltungsreihen in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe.Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage-2016/stadt/guestrow/

Kontakt:
Alexis Schwartz,
Telefon: 0381 77088379
84 Veranstaltungen von 52 Initiativen an 17 Orten

17.10.2016 Rostock In zwei Wochen geht es los: Die Entwicklungspolitischen Tage 2016 starten. In diesem Jahr haben 52 Initiativen an 17 Orten in ganz Mecklenburg-Vorpommern 84 Veranstaltungen organisiert, die in diesem Jahr unter dem Motto Krieg_Frieden stehen.

„Das Thema Krieg und Frieden ist aktueller als wir uns das wünschen. Die Nachrichtenlage lässt bei vielen Ängste und Sorgen aufkommen“, sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Eine-Welt-Landesnetzwerks in Mecklenburg-Vorpommern. „In unseren Veranstaltungen suchen wir nach Friedensbotschaften, fokussieren auf das, was wir hier tun können. Wir wollen Mut machen aus der Ohnmacht zu finden.“

Je nach Veranstaltung können die Teilnehmer*innen zuschauen oder mitmachen, Theater spielen oder anschauen, Vorträge hören oder diskutieren, Workshops und Ausstellungen besuchen. Obwohl die Suche nach dem Friedenspfad im Vordergrund steht, geht es nicht ohne knallharte Fakten. Jürgen Grässlin, Deutschlands renommiertester Rüstungsexperte, stellt sein aktuelles Buch vor und lädt zur Diskussion über die deutsche Rüstungspolitik ein. In anderen Vorträgen und Thementagen geht es um die Situation in Syrien, Afghanistan und dem Kongo.

„Die Akteure des palästinensischen Ashtar-Theaters haben sich entschieden aktiv zum Frieden ihrer Region beizutragen, sie hier zu haben, ist uns eine große Freude“, sagt Andrea Krönert. Das Theater zeigt ein eigenes Stück, lädt aber auch dazu ein, in einem mehrtägigen Workshop zusammen mit Einheimischen und geflüchteten Menschen aus Vorpommern ein Stück zu entwicklen.“ Auch die Initiative Clowns ohne Grenzen hat sich entschieden aktiv zu werden. Die Clowns bringen Kinder in Kriegs- und Krisenregionen zum Lachen, besuchen Flüchtlingslager und stellen ihre Arbeit im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage vor.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt darin, den Menschen die die vor dem Krieg geflohen sind, eine Stimme zu verleihen, in einen kreativen Prozess Raum für eine Annäherung zu lassen. Schreibwerkstätten und Gesprächsrunden beziehen die Sichtweisen von Menschen ein, die Kriege erleben mussten und in den Frieden geflohen sind.

Die 16. Entwicklungspolitischen Tage sind ein Gemeinschaftswerk von 52 Initiativen in ganz Mecklenburg- Vorpommern, die zusammen 84 Veranstaltungen an 17 Orten auf die Beine gestellt haben. Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern koordiniert die Veranstaltungsreihe.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Kirchliche Entwicklungsdienst der Nordkirche, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Stiftung Nord-Süd-Brücken finanzieren die Entwicklungspolitischen Tage 2016.

Mehr unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage/

Kontakt:
Andrea Krönert
Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
Goethestraße 22
18055 Rostock

kroenert@eine-welt-mv.de
0381 - 20373846 oder 0176 - 21896861
14.10.2016 Schwerin „Ich lebe seit 13 Jahren in Schwerin und habe mich mit meinen Themen immer eher alleine gefühlt“, sagt Ralf Göttlicher vom Weltladen Schwerin. „Das hat sich komplett geändert. Vergangenes Jahr habe ich ein umfangreiches Training für Menschen gemacht, die entwicklungspolitische Bildungsarbeit machen. Daraus ist eine Vernetzung mit anderen Akteur*innen in Schwerin entstanden. Und seither bin ich enorm motiviert.“

Kathleen Veit arbeitet als Eine-Welt-Promotorin für den Rostocker Verein Soziale Bildung (Sobi) und die neue Form der Vernetzung ist auch ihr Verdienst. Sie hat einen großen Teil der Seminarmodule der TrainerInnenausbildung geleitet und die Treffen in der Netzwerkgruppe angeschoben. „Bildungsarbeit ist Beziehungsarbeit“, sagt sie, „ich freue mich sehr, dass unsere Versuche, eine bessere Vernetzung und Verbindung der Gruppen untereinander hinzubekommen, funktioniert haben.“ Ihre Rolle als Promotorin sieht sie so: „Mich im besten Fall überflüssig machen.“ Sie selbst unterstützt und vernetzt die Gruppen, mit der inhaltlichen Arbeit hat sie weniger zu tun.

Das Sich-Überflüssig-Machen hat sie in Schwerin möglicherweise bald erreicht. Einmal im Monat treffen sich seit Mai Akteure von Arbeit und Leben, vom BUND, der BUNDjugend, Attac, Amnesty, Coleurs Afrik, der Initiative Ästhetik und Nachhaltigkeit, dem Weltladen, dem Diakonischen Werk MV und der Verein Lokalen Agenda 21. Es geht um gemeinsame Terminkalender, das Überwinden von strukturellen Schwierigkeiten. Und um gemeinsame Aktionen.

So kam beim letzten Treffen in der vergangenen Woche eine Veranstaltungsidee auf: Ein Kleiderkreiselnachmittag mit Informationen zu fairer Kleidung. Anita Gröger vom Verein Lokale Agenda 21 hatte die Aktion vorgeschlagen. Ich finde die Treffen fantastisch. Es geht wirklich darum, was gemeinsames zu machen, nicht nur Leute für eigene Aktionen zu gewinnen.“ sagt sie. "Ohne die professionelle Begleitung wäre das gar nicht denkbar.“ Der Tag ist fürs Frühjahr fest eingeplant, es wird eine Gemeinschaftsveranstaltung der Gruppen werden. Und ist nicht die einzige: Einige der Akteur*innen treffen sich außer auf den Vernetzungstreffen auch bei den Treffen zur Vorbereitung der Entwicklungspolitischen Tage. Insgesamt haben sie in Schwerin sechs Veranstaltungen zum Jahresthema Krieg_Frieden auf die Beine gestellt, Höhepunkt ist der familienfreundliche Thementag „Frieden und Krieg to go - Angebote und Berichte, Hintergründe und Workshops zum mitnehmen“ am 12. November im Ataraxia. Auch dessen Organisation ist eine Gemeinschaftsarbeit unterschiedlicher Schweriner Gruppen.

„Einer hat Kontakte für einen Raum, ein anderer kennt einen geeigneten Referenten, der dritte hat eine Idee für die Kinderbetreuung“, sagt Kathleen Veit, „auf mehrere Schultern verteilt ist so eine Veranstaltung ganz anders zu realisieren als für eine Gruppe alleine."

Eine-Welt-Promotor*innen gibt es in allen Bundesländern. In Mecklenburg-Vorpommern werden sie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Stiftung für Norddeutsche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Land finanziert.

Kontakt:
Kathleen Veit
0176 - 72160032 oder 0381 - 12732053
epi-zentrum@soziale-bildung.org

Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum - West-M-V
Eine-Welt-Promotorinnen Region West
Servicestelle für globales Engagement im westlichen Mecklenburg
Soziale Bildung e.V.
Doberaner Str. 21
18057 Rostock
Was Theater mit Fairem Handel und Regionalem Apfelsaft zu tun hat

22.9.2016 Schwerin Auf Einladung des Schweriner Weltladens (u.a.) spielen am Sonntag um 17 Uhr in der Aula des Goethegymnasiums Schwerin, Bertolt-Brecht-Straße sieben Schauspieler*innen von den Philippinen das bewegende Musicaldrama „Once We Had A Dream“. In dem Stück geht es um Kinderhandel, Kinderprostitution und Landraub.
Für die 17 bis 24 Jahre alten Schauspieler*innen alles andere als Theorie: Sie spielen ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen.

Das Theaterstück hat einen ganz besonderen Link nach Mecklenburg-Vorpommern. Denn: Die Schauspieler*innen sind Teil der philippinischen Kinderschutz-Stiftung PREDA. Die Stiftung wurde 1975 von dem Priester Shay Cullen für sexuell missbrauchte Kinder auf den Philippinen gegründet. Um Kinderprostitution infolge extremer Armut zu verhindern, schafft PREDA durch den Export von fair gehandelten Mangos verbesserte Einkommen auf dem Land.
Inzwischen hat sich das Mangosortiment zum Verkaufsschlager entwickelt. In Zusammenarbeit mit der Fairhandelsgenossenschaft dwp verarbeiten auch mehrere Mostereien in Mecklenburg-Vorpommern das Mangopüree zusammen mit den regionalen Äpfeln der Saison zu Apfel-Mango-Saft. Die ersten Liter wurden 2005 produziert, mittlerweile sind es landesweit fast 90. 000 Liter Saft im Jahr.

„Der Apfel-Mangosaft ist ein gutes Beispiel dafür, dass regional und fair zusammengehören“, sagt Andrea Kiep, Fair-Handels-Beraterin für Mecklenburg-Vorpommern aus Rostock. „Wir freuen uns sehr, dass der Saft nach über zehn Jahren immer noch so beliebt ist und mittlerweile von neun Mostereien im Land produziert wird. Dass das philippinische Jugendtheater gerade zur neuen Apfelsaison nach Schwerin kommt, ist für uns natürlich ein besonders schönes Zeichen. Mit dem Saft verbindet sich für uns die Kernidee des Fairen Handels: Nämlich dass jeder Kauf die Lebensbedingungen der Produzenten verbessert.“

Der Auftritt in Schwerin ist der einzige in Mecklenburg-Vorpommern und findet im Rahmen der diesjährigen Fairen Woche (16.-30.9.2016) statt. Diese steht unter dem Motto „Fairer Handel wirkt!“. Die positiven Wirkungen des Fairen Handels haben die jugendlichen Schauspieler*innen am eigenen Leib erfahren können. Mit der steigenden Nachfrage im europäischen Raum ist es gelungen, ein bestehendes Mangokartell aufzubrechen, das lange Jahre die Preise drückte. Durch den Fairen Handel haben sich die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen für tausende Kleinbauernfamilien dauerhaft verbessert.

Die Aktionsgruppe Eine Welt e.V. Schwerin (Trägerin des Weltladens) hat das Musical zusammen mit der Evangelischen Jugend Mecklenburg, dem Diakonischen Werk MV e.V. und der Schweriner Gruppe von Amnesty International mit Unterstützung der Landeshauptstadt Schwerin als Fairtrade-Stadt nach Schwerin geholt. Die Schauspieler*innen spielen ihr Stück in über 20 Orten in ganz Deutschland. „Für die Jugendlichen ist die Reise natürlich auch eine Form der interkulturellen Jugendbegegnung“, sagt Simon Mertens, der die Reise für den PREDA-Freundeskreis begleitet und organisiert. „Ihr vielleicht wichtigstes Ziel ist, über ihre Schicksale und Lebensgeschichten zu informieren, die Situation in den Philippinen auch in Europa bekannt zu machen.“

Das Stück wird ab einem Alter von 14 Jahren empfohlen. Karten zu 1 bis 5 Euro nach Selbsteinschätzung gibt es im Weltladen Schwerin, Puschkinstr. 18 und im Kreativkaufhaus im Klöresgang der Schweriner Höfe sowie am Veranstaltungstag selbst am Einlass.

Weitere Informationen auf www.weltladen-schwerin.de/akbay-theater sowie zum Apfel-Mango-Saft auf www.fair-plus-regional.de

Kontakt Apfelsaft: Andrea Kiep, 0381-4902492, kiep@eine-welt-mv.de
Kontakt Jugendtheater: Simon Mertens, 0157-52590563, freundeskreis@preda.org
16.09.2016 Rostock Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die aktuelle Forderung des entwicklungspolitischen INKOTA-Netzwerks (www.inkota.de), die geplante Fusion der beiden Chemie- und Saatgutriesen Bayer und Monsanto politisch zu verhindern. Zusammen wären sie weltweit die Nummer 1 im Saatgut- und Agrarchemiegeschäft. Das wäre eine schlechte Nachricht für Bauern und Bäuerinnen weltweit.

„Als Eine-Welt-Landesnetzwerk setzen wir uns für eine zukunftsfähige Landwirtschafts- und Lebensmittelpolitik ein“, sagt Kathleen Veit, Eine-Welt-Promotorin Mecklenburg-Vorpommern. „Wir fordern die Unterstützung und Stärkung kleinbäuerlicher Landwirtschaft, Berücksichtigung des Umwelt- und Tierschutzes und der solidarischen Entwicklungspolitik. Je mächtiger die Agrarfirmen sind, desto prekärer wird die Situation der Kleinbauern.“

Das gilt global wie lokal: In Mecklenburg-Vorpommern haben in den vergangenen Jahren immer mehr kleinere landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben, die hohen Landpreise und der enge Markt machen es Kleinbauern schwer Pachtflächen zu kaufen, Neugründungen sind hierzulande fast undenkbar. „Die geplante Fusion von Bayer und Monsanto ist nur die Spitze des Eisbergs, eine Art Symbol für die Entwicklung der Landwirtschaft weltweit“, sagt Ralf Göttlicher, Vorstandsmitglied im Eine-Welt-Landesnetzwerk. Anders als Agrargiganten haben Kleinbauern immer auch die Zukunftsfähigkeit ihrer Böden und Betriebe im Blick und sind nicht auf kurzfristigen Gewinn ausgerichtet. Deshalb wirtschaften sie nachhaltiger, diverser, artenreicher und verteilen Gewinn und Besitz auf mehr Schultern als die großen Firmen.

Neben den negativen Entwicklungen der vergangenen Jahre gibt es jedoch auch Lichtblicke in Mecklenburg-Vorpommern: Immer mehr Menschen unterstützen Erzeugergemeinschaften wie Solidarische Landwirtschaften, nutzen Foodcoops und kaufen globale Produkte wenn sie fair gehandelt sind. Auch regional produzierte Lebensmittel direkt bei Kleinbauern zu kaufen ist ein Beitrag für moderne Entwicklungspolitik.

Die Interessen der exportorientierten Agrar- und Ernährungsindustrie sind mitverantwortlich dafür, dass weltweit knapp 800 Millionen Menschen hungern und viele von ihnen vor diesem Hintergrund zur Flucht gezwungen werden. Zudem trägt die industrielle Agrarproduktion maßgeblich zum Klimawandel bei.

Für das Landesnetzwerk ist ein auf die Bauern als Zielgruppe ausgerichteter Ansatz sowohl in den Industrieländern als auch in den Entwicklungsländern der Schlüssel zur Einführung nachhaltiger Bewirtschaftungsformen.

Kontakt und Rückfragen:
Kathleen Veit, Eine-Welt-Promotorin MV, Tel: 0173 64 10 782
Ralf Göttlicher, Vorstand Eine-Welt-Landesnetzwerk MV, Tel: 0385-744 048 42
09.09.2016 Rostock/Berlin Nach den Landtagswahlen vom letzten Wochenende fordern das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern und die Stiftung Nord-Süd-Brücken alle demokratischen Kräfte dazu auf, das Thema der sozialen Gerechtigkeit ganz oben auf die Agenda zu setzen. Sie appellieren an Bund und Land, die Anstrengungen der Zivilgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern politisch und finanziell noch stärker zu unterstützen. In Zukunft müssen mehr Anstrengungen unternommen werden, um dieses Viertel der Wähler/innen zurückzuholen in eine weltoffene, demokratische Gesellschaft.

„Die Erfolge der AFD fordern uns als Zivilgesellschaft in mehrerlei Hinsicht heraus.“, bilanziert Andrea Krönert, Koordinatorin des Eine-Welt-Landesnetzwerk MV. „In einigen Wahlkreisen haben mehr als 30% rechts oder rechtsextrem gewählt. Der Wind wird hier definitiv rauer für unsere weltoffene Bildungsarbeit.“

„Mit dem Wahlergebnis sind viele demokratische und verantwortlich handelnde Ansprechpartner/innen aus der Politik weggebrochen“, sagt Thomas Schmidt vom Greifswalder Kultur- und Initiativenhaus, Mitglied im Landesnetzwerk und von der Stiftung Nord-Süd-Brücken geförderter Eine-Welt-Promotor in der Region Greifswald-Vorpommern.

„Soziale Gerechtigkeit ist das Kernthema unserer Arbeit“, so Schmidt weiter. „Wir richten den Blick auf Ungerechtigkeiten im Welthandel, Einkommensdisparitäten und ungleichen Bildungschancen. Wir müssen dabei stärker berücksichtigen, dass auch bei uns im Norden Menschen und Regionen wirtschaftlich und sozial abgehängt werden.“

Für Walter Hättig, Geschäftsführer der Stiftung Nord-Süd-Brücken, bedeutet dies auch, „dass wir als Geldgeber verstärkt darüber nachdenken müssen, ob die geförderten Bildungsmaßnahmen des Globalen Lernens nicht mehr und auch andere Zielgruppen erreichen müssen.“

Entwicklungspolitische und zivilgesellschaftliche Organisationen wie z.B. das Ökohaus Rostock, der Verein Soziale Bildung oder das Greifswalder Kultur- und Initiativenhaus arbeiten zu sozialer und weltweiter Gerechtigkeit, Herausforderungen der Globalisierung und einer inklusiven, weltoffenen Gesellschaft. Das Eine-Welt- Landesnetzwerk MV koordiniert in MV ein Bund-Länder-finanziertes Promotor/innenprogramm, in dessen Rahmen sechs Promotor/innen zu oben genannten Themen in Schulen, Jugendclubs und Gemeinden bilden und zum Engagement motivieren. Die ostdeutsche Stiftung Nord-Süd-Brücken hat erst vor wenigen Monaten ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziertes Inlandsprogramm „Weltoffen, solidarisch, dialogisch“ (WSD) aufgelegt, bei dem Träger wie der Projekthof Karnitz (Neukalen) und der Kreisjugendring Mecklenburgische Seenplatte über die Chancen einer nachhaltigen Gesellschaft und der Aufnahme von Geflüchteten informieren.

Kontakt:
Andrea Krönert (Eine-Welt-Landesnetzwerk MV), 0176-218 96 86 1
Andreas Rosen (Stiftung Nord-Süd-Brücken), 0151- 548 57 466

Pressemitteilung als PDF
Rostock, 29.7.2016 Dreimal im Jahr organisiert Patrice Jaeger Antirassismus-Schulungen für das Eine-Welt-Landesnetzewerk Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Monat bereiste er privat die USA kurz nachdem in Minnesota und Louisiana erneut schwarze Männer während einer Verkehrskontrolle und anschließend weiße Polizisten in Dallas erschossen wurden. Die Reise hat für ihn auch ein neues Licht auf unseren Umgang mit Rassismus in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern geworfen.

Herr Jaeger, gibt es Unterschiede im Umgang mit Rassismus in Deutschland und den USA?
In den USA ist Rassismus ein Thema, das stärker im öffentlichen Raum präsent ist, worüber geredet wird. In Deutschland tun wir so, als gäbe es das nicht. Wir denken, die USA haben ein Problem mit Rassismus. Dabei sind die weiter als wir.

Aber wenn man die Nachrichten verfolgt, drängt sich genau dieser Rückschluss auf: Bei uns sind Schwarze bisher nicht bei Verkehrskontrollen erschossen worden.
Das stimmt, aber das liegt in erster Linie an der ganz anderen Eskalationstufe in den USA, die es bei uns glücklicherweise vor allem wegen des restriktiven Umgangs mit Schusswaffen nicht gibt. Der Polizist hat den schwarzen Mann in Miami bei einer Verkehrskontrolle erschossen, weil neben ihm eine Pistole lag. Bei dem Polizisten wurden sofort rassistische Bilder vom gewalttätigen schwarzen Mann abgerufen, dann hat er geschossen.

Wo sehen sie Rassismus bei uns?
Wir denken, dass Rassismus ein Problem von Randgruppen ist, von Rechtsextremen. Tatsächlich lässt sich Rassismus in seiner gewalttätigen Form leicht identifizieren. Mir fallen da spontan die NSU-Morde ein, der immer noch ungeklärte Fall von Oury Jalloh, der auf mysteriöse Art und Weise in einer Zelle in Polizeigewahrsam starb, fast tägliche Anschläge auf die Unterkünfte von Geflüchteten in den letzten Monaten. Aber Rassimus hat auch eine andere Seite.

Welche?
In meiner vorherigen Arbeit habe ich ein interkulturelles Projekt in Kenia organisiert. Viele weiße Leute in dem Umfeld haben Rassismus von sich gewiesen, waren überzeugt „wir stehen ja auf der Seite der Guten“. Dabei haben wir rassistische Bilder im Kopf. Es ging uns darum zu helfen, Das beinhaltete, die Kenianer in ihrer Opferrolle zu belassen, sie strukturell zu bevormunden. Das waren keine Beziehungen auf Augenhöhe. Und so sehr ich mich über die Hilfsbereitschaft gegenüber den Geflüchteten freue, es gibt auch bei den Helfern immer wieder Irritationen. Wir wollen den armen Menschen helfen die kommen. Aber die sollen dann auch bitterarm sein und unsere abgetragenen Sachen tragen und dafür dankbar sein. Und wenn dann einer einen 50 Euroschein rausholt und ein Taxi zum Hafen zahlt, das geht gar nicht.

Aber kann man das schon als Rassismus bezeichnen?
Ja. Das Problem ist, dass wir mit Rassismus im Alltag leben, er privilegiert uns. Wir sind nicht daran schuld, weil er strukturell angelegt ist und seit Jahrhunderten weitergegeben wird. Aber wir sind schon dafür verantwortlich das abzubauen.

Haben sie konkrete Beispiele?
Schwarze haben schlechtere Chancen in der Schule, bei der Suche nach Ausbildungsplätzen und Wohnungen, ein größeres Risiko in Verkehrs- oder Ausweiskontrollen zu geraten, ein größeres Risiko sexistischen Übergriffen ausgesetzt zu sein, ein größeres Risiko für gewalttätige Übergriffe. In den USA gibt es die „affirmative action“, die Ungerechtigkeiten staatlich ausgleichen soll. Die regelt zum Beispiel, dass Universitäten bei gleicher Eignung Schwarze bevorzugt annehmen sollen.

In den USA ist aber die Hautfarbe großes Thema, da steht schon in den Bewerbungen, ob es sich bei dem Bewerber um einen Afroamerikaner oder jemand mit einer anderen ethnischen Herkunft handelt. Ist es nicht viel besser, das nicht zum Thema zu machen?
Wir tun so, also ob wir die Hautfarbe nicht sehen - aber wir sehen sie ja doch. Und verhalten uns dazu. Dann bin ich dafür, das auch offen auf den Tisch zu legen.

Das machen Sie in Ihren Schulungen?
Wir veranstalten die Schulungen gemeinsam mit einem professionellen Anbieter. Der Ansatz ist Rassismus als System zu begreifen. Es geht darum sich mit dem "Weißsein“ und den damit verbunden Privilegien auseinanderzusetzen. In Deutschland ist es für weiße Menschen noch sehr befremdlich sich als weiß zu betrachten weil wir uns selbst nicht so wahrnehmen. Es bringt uns nicht weiter wenn wir uns in Diskussionen gegenseitig Rassismus unterstellen. Wichtiger ist es anzuerkennen dass Rassismus existiert und wir alle darin eine Rolle haben. Also lasst uns reden und vor allem: Zuhören. Das Training hilft dabei enorm. Die meisten Teilnehmenden sind politisch interessiert, viele arbeiten im pädagogischen Bereich und haben gemerkt, dass sie im Umgang mit nichtweißen Kindern und Jugendlichen unsicher sind.

Bewirkt das etwas?
Wir bekommen viel positives Feedback. Es geht natürlich darum einen Prozess im Kopf anzustoßen, da geht nicht alles auf einmal. Und das ist erstmal auch schmerzhaft. Weil man entdeckt, dass man selbst von einem ungerechten System profitiert. Und weil man merkt, dass man selbst immer nur einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit sehen kann. Aber das ein bisschen zu erweitern ist eben auch die Chance von diesen Trainings.

Warum ist das wichtig?
Es gibt viele aktuelle Beispiele, zuletzt der Amoklauf in München. Momentan wird diskutiert, ob sich der Täter seine Opfer aus rassistischen Gründen ausgesucht hat. Anfangs war die Sorge groß, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte. Diese Angst ist in unserer Gesellschaft gerade sehr präsent, aus verständlichen Gründen. Aber sie soll auch ein verschärftes Vorgehen gegen Menschen dunklerer Hautfarbe und eine restriktivere Politik rechtfertigen. Was selten erwähnt wird ist, dass unter den Opfern auch viele Migranten sind, auch nichtweiße Deutsche. Wir müssen sehr aufpassen und reflektieren was gerade passiert, damit Rassismus uns nicht trennt. Rassismus ist ein gewalttätiges Konzept. Am Ende schadet er uns allen.

Die nächste Schulung findet vom 9. bis 11. September in Stralsund statt. Informationen, Kontakt und Anmeldung bei Patrice Jaeger, jaeger@eine-welt-mv.de; 0381 20373846
Rostock, 22.7.2016 Ein Engel, eine Taube? Ohne Kopf? Die Entwicklungspolitischen Tage 2016 stehen unter dem Motto Krieg_Frieden. Unter dem Schriftzug fliegt eine weiße Taube auf schwarzem Grund. Auf den ersten Blick fehlt der Kopf. „Wir haben absichtlich keine klassische Friedenstaube mit Ölzweig auf Stahlhelm ausgewählt, weil wir natürlich keine einfachen Lösungen anzubieten haben“, sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Eine Welt-Landesnetzwerks Mecklenburg-Vorpommern.

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Die ungewöhnliche Taube soll ebenso wie der Unterstrich zwischen Krieg und Frieden deutlich machen, dass das Thema eine Ambivalenz hat. Wo fängt Krieg an, wo hört Frieden auf? „Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage haben wir ein höchst aktuelles Thema ausgewählt“, sagt Andrea Krönert, „die Welt gerät zunehmend aus den Fugen.“

Bis zu den Entwicklungspolitischen Tagen sind noch ein paar Monate Zeit: Die Veranstaltungsreihe geht vom 1. bis 22. November und wird sich mit Diskussionen, Vorträgen, Theater- und Filmveranstaltungen an Orten in ganz Mecklenburg-Vorpommern dem Thema nähern. Aktuell laufen überall im Land die Vorbereitungen. Veranstaltungen werden organisiert, Kooperationspartner gesucht, Referenten eingeladen.

Schon jetzt ist klar, dass sich die Ambivalenz in Titel und Motto auch in Form und Inhalt der Veranstaltungen widerspiegeln wird. Eingeladen ist zum Beispiel bereits eine palästinensische Theatergruppe und Jürgen Grässlin, der bekannteste deutsche Rüstungsgegner. „Noch haben wir hier Frieden “, sagt Andrea Krönert, „das ist ein großes Glück. Wir werden mit unseren Veranstaltungen auch in den Blick nehmen, welche Verantwortung das mit sich bringt und wo wir vielleicht, mitten im Frieden, doch auch an Krieg beteiligt sind.“

„Wir wollen informieren, uns Meinungen bilden, aber wie immer vor allem Mut machen. Veränderungen anzustoßen, sich einzubringen und im Kleinen auch selbst so ein großes Thema wie Frieden anzugehen“, sagt Andrea Krönert.

Bis zum 25. August gibt es noch die Möglichkeit eigene Veranstaltungen anzumelden und gemeinsam mit den lokalen Organisationsteams Ideen umzusetzen. Infos unter: www.eine-welt-mv.de/ep-tage

Übrigens: Sieht man genauer hin, dann hat die Taube doch einen Kopf. Aber der ist von den Flügeln verdeckt. Dass die Taube aus dem Bild heraus fliegt soll Mut machen ihr zu folgen.

Kontakt/Rückfragen: Andrea Krönert oder Patrice Jaeger
Tel: 0381-20 373 846
info@eine-welt-mv.de
Eine-Welt-Landesnetzwerk stellt Jahresbericht 2015 vor / Noch nie so nötig wie jetzt: Bewusstsein für Mitverantwortung an Krisen und Kriegen 

Rostock, 1.7.2016 In seinem Jahresbericht zieht das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern eine positive Bilanz des letzten Jahres. „Wir sind eine Dachorganisation für Vereine und Initiativen im Land, die entwicklungspolitisch arbeiten. Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2015 war unsere Arbeit massiv von den politischen Entwicklungen, den vielen geflüchteten Menschen, die sich auf den Weg nach Deutschland gemacht haben, beeinflusst“, sagt Kathleen Veit, Sprecherin des Eine Welt-Landesnetzwerkes und Eine-Welt-Promotorin bei dem Verein Soziale Bildung e.V. in Rostock.

„Wir sehen eine unserer zentralen Aufgaben darin, immer wieder in die Gesellschaft hinein zu kommunizieren, was für einen Zusammenhang es zwischen unserem Lebensstil und Wohlstand und den negativen Entwicklungen im globalen Süden der Welt gibt. Gerade auch, um den aufkommenden populistischen und rassistischen Strömungen etwas entgegenzusetzen. Ein Bewusstsein für unsere Mitverantwortung an den Krisen und Kriegen in der Welt zu schaffen war noch nie so nötig wie jetzt. Aber wir sind froh und auch stolz, dass uns das immer besser gelingt.“ sagt Kathleen Veit.

Ein großer Erfolg der Lobbyarbeit des letzten Jahres war die Tagung „Wer entwickelt wen wofür“, die das Eine-Welt-Landesnetzwerk in Kooperation mit der Staatskanzlei und der Vertretung der Europäischen Kommission im Mai 2015 im Schweriner Schloss ausrichtete. Unter den Teilnehmenden waren Landtagsabgeordnete und Verwaltungsmitarbeiter. „Das war ein gelungener Rahmen um Vereine und Organisationen, also die Zivilgesellschaft, mit Politikern und Verwaltungsangehörigen in Kontakt zu bringen“, sagt Kathleen Veit. „Wir sind miteinander ins Gespräch gekommen und konnten Themen setzen.“ An den Erfolg der Tagung von 2015 anknüpfend hat im Mai 2016 bereits eine Folgetagung stattgefunden.

Ein Instrument um entwicklungspolitische Ziele und Themen in die Gesellschaft zu tragen ist das Eine-Welt-Promotorenprogramm, das vom Eine-Welt-Landesnetzwerk koordiniert wird. Die Sicherstellung der Finanzierung in 2016 war im vergangenen Jahr ein wichtiger Schritt. Die Promotoren selbst waren zum Beispiel an der Umsetzung der Entwicklungspolitischen Tage beteiligt und brachten ihre Expertise in die Landesarbeitsgruppe Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein, die am Bildungsministerium angegliedert ist. Die Landesarbeitsgruppe will Globales Lernen/Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Rahmenlehrplänen der Schulen verankern. „Bildung für nachhaltige Entwicklung wird in erster Linie mit Umweltthemen assoziiert. Wir sind jedoch Akteure, die Themen wie Globale Gerechtigkeit und Verantwortung mitdenken. So konnten wir daher einen guten Beitrag zu dem Prozess leisten“, sagt Kathleen Veit.

Die Aufgaben des Netzwerkes sind weit gefächert und reichen von der Zusammenarbeit in Fachgremien über der Lobbyarbeit für sozialverträgliche Beschaffung bis zu Aktivitäten rund um den Fairen Handel. Eine zentrale Rolle im Jahresverlauf spielen für das Netzwerk traditionell die Entwicklungpolitischen Tage, die im vergangenen Jahr den Titel „Ihr Einsatz bitte! Engagement und Bürger*innenrechte“ trugen. Die Veranstaltungsreihe war 2015 so umfangreich wie noch nie: Insgesamt über 120 Veranstaltungen, Theater, Vorträge, Lesungen, Stadtführungen fanden an 21 Orten in ganz Mecklenburg-Vorpommern statt. In der Auswahl der Themen, der gut besuchten Veranstaltungen und der öffentlichen Resonanz der Entwicklungspolitischen Tage spiegelte sich das inoffizielle Motto des Jahres, unsere Mitverantwortung an dem Ungleichgewicht zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden wider. Dieses Thema steht auch 2016 für das Eine-Welt-Landesnetzwerk an zentraler Stelle.

Den Jahresbericht finden Sie unter http://www.eine-welt-mv.de/jahresberichte.

Kontakt: Kathleen Veit
epi-zentrum@soziale-bildung.org
Telefon: 0381-1273363
Gerecht und nachhaltig – Diskussion über Zukunftsideen für Rostock / Eine-Welt-Landesnetzwerk holt Agenda-Experten in die Stadt

Rostock, 29.5.2016 Am Mittwoch, den 1. Juni lädt der Rostocker Agenda 21-Rat um 17:30 Uhr zu einer Erweiterten Sitzung in das Foyer des Rostocker Rathauses ein. Nach einem Überblick zum Stand des Agenda-Prozesses und der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung wird der Agenda 21-Rat zusammen mit dem Publikum diskutieren, wie sich Rostock in den kommenden Jahren gerechter und nachhaltiger entwickeln kann. Zu Gast ist Jens Martens vom Global Policy Forum Bonn.

„Wir vom Landesnetzwerk haben zusammen mit dem Agenda Rat Jens Martens eingeladen, weil er ein Experte für den Agenda-Prozess ist und wir gerne auf der lokalen Ebene über globale Entwicklungsziele in die Diskussion kommen wollen“, sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Eine-Welt-Landesnetzwerks. Auch Arvid Schnauer, Sprecher des Agenda 21-Rates freut sich über die Zusammenarbeit. „Ich wünsche mir, dass viele Rostockerinnen und Rostocker der Einladung folgen und mit uns über die Zukunft der Stadt und Region diskutieren.“ sagt er. Beide sehen die Agenda 2030 als Chance, eine Bewegung von unten anzustoßen, die einen wichtigen Beitrag zu einer gerechteren Entwicklung leistet.

Die Agenda 2030 nimmt mehr als vorherige Agenden die Industrieländer im Globalen Norden in die Pflicht. Wie gestalten wir gesellschaftliches Handeln und nachhaltiges Wirtschaften unter dem Prinzip der globalen Gerechtigkeit – angesichts der planetaren Grenzen? Für Andrea Krönert liegt der Reiz der Agenda darin, dass sie es ermöglicht auf globale Fragestellungen Antworten im Lokalen zu finden, globale Probleme und Gerechtigkeitsdefizite auf kommunaler Ebene mitzudenken und in (Kauf)Entscheidungen umzusetzen. Im September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen in New York die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda ist der globale Rahmen für Umwelt- und Entwicklungspolitik der kommenden 15 Jahre. Das Kernstück der 2030-Agenda sind 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, Sustainable Development Goals (SDGs), die alle Politikbereiche berühren.

Der Agenda 21-Rat wurde 1999 gegründet, um die 1992 in Rio de Janeiro beschlossenen Ziele zur nachhaltigen Entwicklung in Rostock zu verwirklichen. Die 17 Mitglieder sind Vertreter*innen der fünf Agenda-Arbeitskreise sowie der Fraktionen der Bürgerschaft. Gemeinsam bilden sie ein beratendes Gremium der Bürgerschaft. Der Rat war unter anderem an der Fairtrade-Stadt-Initiative beteiligt und ist Gründungsmitglied der Energieinitiative 2050.

Jens Martens ist Volkswirt und Leiter des Europa Büros des Global Policy Forums. Daneben engagiert er sich bei Social Watch, einem weltweiten Netzwerk von 700 NGOs, die sich für Armutsbekämpfung und soziale Entwicklung einsetzen.

Kontakt: Andrea Krönert
0381 – 20 373 846, kroenert@eine-welt-mv.de
Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
Goethestraße 22
18055 Rostock
Niemand flieht ohne Grund - Tagung am 10. Mai beleuchtet Fluchtursachen

Rostock, 3.5.2016 Gemeinsam mit Partnern lädt das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag, den 10. Mai von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr in die FRIEDA 23 (Friedrichstraße 23) nach Rostock zu einer Tagung über Fluchtursachen ein. Unter dem Motto „Niemand flieht ohne Grund“ können sich Interessierte in drei Workshops mit Aspekten von Flucht und Migration beschäftigen.

Bei Fluchtursachen wird allzu oft nur an Bekämpfung von Schleuserbanden gedacht und werden Flüchtende als Problem dargestellt. Dabei liegen wirkliche Ursachen viel tiefer.“ sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Eine-Welt-Landesnetzwerkes. „Industriestaaten tragen durch ihre Wirtschafts-, Handels- und Klimapolitik zu Fehlentwicklungen in vielen Ländern bei. Durch den Wettlauf um Rohstoffe werden Konflikte verschärft. Industriestaaten profitieren von Waffenexporten, sie finanzieren Warlords und Terroristen durch Aufkauf von Öl. Kurz: Sie – also auch wir – sind zumindest mitverantwortlich für die Fluchtursachen.“

So wird es bei der Tagung zum Beispiel um die Folgen des Klimawandels im Vorderen Orient gehen. Die Referentin Dr. Christiane Fröhlich vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg sieht darin und in Assads neoliberalen und von Akteuren wie der Weltbank bejubelten Reformen eine der wichtigsten Ursachen des syrischen Bürgerkriegs. Serge Palasie, Fachpromotor Flucht, Migration und Entwicklung, Eine Welt Netz NRW will den Umgang mit so genannten „Wirtschaftsflüchtlingen“ diskutieren. Er hält das Wort für ignorant, da es ausblendet, dass historische Beziehungsgeflechte maßgeblich für unseren Wohlstand mitverantwortlich sind – und dass sie umgekehrt vielfach Armut und dysfunktionale Systeme in Afrika und dem Nahen Osten förderten. Und schließlich soll es auch darum gehen, wie das Thema Flucht und Fluchtursachen im Unterricht an Schulen und auch im außerschulischen Bereich aufgegriffen werden kann.

Im Anschluss an die Impulsreferate der Referent*innen werden die Themen in Workshops weiter vertieft. Eine Mittags- und eine Kaffeepause ist eingeplant. Die Tagung ist mehrsprachig mit Übersetzungen ins Englische, ins Arabische und in Farsi.

Das Eine-Welt-Landesnetzwerk richtet die Tagung zusammen mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), der Hansestadt Rostock und der Servicestelle der Kommunen in der Einen Welt der Engagement Global aus.

Eingeladen sind alle Interessierte, die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Infos und Anmeldung unter: www.eine-welt-mv.de

Kontakt: Andrea Krönert, 0381 – 20 373 846
Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
Goethestraße 22
18055 Rostock
Ökologische und faire Textilen für die öffentliche Hand
Eine-Welt-Landesnetzwerk MV organisiert 2. Norddeutschen Bieterdialog
19. April 2016 10.30-14.30 Uhr
IHK zu Schwerin | Graf-Schack-Allee 12

Rostock/Schwerin, 13.4.2016 Am Dienstag den 19. April treffen in den Räumen der Industrie- und Handelskammer in Schwerin Vertreter von öffentlichen Einrichtungen auf Unternehmen und NGOs zum 2. Norddeutschen Bieterdialog. Das gemeinsame Ziel: Bei der Beschaffung von Textilien für die öffentliche Hand, zum Beispiel Arbeits- und Schutzbekleidung, sollen soziale und ökologische Kriterien künftig eine größere Rolle spielen.

Alexis Schwartz ist Fachpromotor für sozialverträgliche Beschaffung beim Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern und hat den Bieterdialog nach Schwerin geholt. „Die öffentliche Hand hat eine große Marktmacht und damit auch viel Verantwortung“, sagt er. „Wenn bei öffentlichen Ausschreibungen zunehmend auf soziale und ökologische Zertifizierungen gesetzt wird, dann hat das ein großes Gewicht. Das kann ein Hebel werden, um in der ganzen Textilbranche, aber auch in anderen Branchen, Veränderungen zu bewirken. Darin liegen große Hoffnungen.“ Nicht zuletzt deshalb, weil Bund, Länder und Kommunen für Waren und Dienstleistungen im Jahr etwa 350 Milliarden Euro ausgeben, fast 16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Textilbranche hat ein besonders schlechtes Image. Zu Recht: Bei der häufig nach Nahost oder Asien ausgelagerten Produktion von Textilunternehmen finden in großem Maßstab Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen statt. Wer sich für fair und ökologisch produzierte Alternativen interessiert, muss sich allerdings durch einen unübersichtlichen Siegeldschungel kämpfen. Alexis Schwartz will den Menschen, die bei Kommunen oder Landeseinrichtungen für die Beschaffung zuständig sind, dabei unterstützen.

Den Bieterdialog sieht er dafür als einen ersten entscheidenden Schritt: „Ich bin sehr froh darüber, dass wir am kommenden Dienstag mit Vertretern von NGOs, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen an einem Tisch sitzen.“

Wie wichtig diese gegenseitige Annäherung ist, zeigen Beispiele aus anderen Bundesländern. Die Stadt Dortmund konnte 2015 einen Auftrag für ökologische und sozialverträglich hergestellte Arbeits- und Schutzbekleidung in Höhe von 100.000 Euro vergeben – möglich war das nur durch die Zusammenarbeit mit der Christlichen Initiative Romero. Ein wichtiger Baustein war dabei der Bieterdialog, in dem viele Details der Ausschreibungen und des Bieterverfahrens vorbesprochen werden konnten. „In Mecklenburg-Vorpommern liegt noch ein ganzes Stück Weg vor uns“, sagt Alexis Schwartz, „aber ich freue mich, dass es jetzt losgeht.“

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der fünf norddeutschen Eine-Welt-Landesnetzwerke mit der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin. Gefördert wird die Tagung durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, die Stiftung Nord-Süd-Brücken und die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung.

Kontakt: Alexis Schwartz
schwartz@eine-welt-mv.de
0177 7873882
www.eine-welt-mv.de/bieterdialog
Eine-Welt-Landesnetzwerk MV äußert Kritik am Asylpaket II - Niemand flieht ohne Grund: Tagung im Mai beleuchtet Fluchtursachen

Rostock, 25.2.1016 Das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern äußert Kritik an dem am Donnerstag vom Bundestag beschlossenem Asylpaket II. „Das Recht auf Asyl ist eines der wichtigsten Rechte, die das Grundgesetz garantiert. Dass jetzt Länder wie Marokko, Algerien und Tunesien aus dem Handgelenk heraus als sichere Herkunftsländer betrachtet werden, ist ein Unding und ein Bruch mit der Genfer Flüchtlingskonvention.“ sagt Andrea Krönert, Sprecherin des Eine-Welt-Landesnetzwerks Mecklenburg-Vorpommern.

„Niemand flieht ohne Grund, davon bin ich überzeugt und das ist auch das Motto einer Tagung, die wir als Landesnetzwerk am 10. Mai in Rostock mit ausrichten werden. Weltweit sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Jetzt auf Abschreckung zu setzen löst die dahinter stehenden Probleme nicht. Wir wünschen uns eine öffentliche Debatte, die Fluchtursachen beleuchtet und im Blick behält, wie viel unser Lebensstil und unsere Politik der vergangenen Jahre mit den Fluchtbewegungen und den dahinter stehenden politischen, ökologischen und sozialen Problemen zu tun haben.“

Neben der Kritik an den einzelnen Bestimmungen des Asylpakets sieht Andrea Krönert in den Einschränkungen des Asylrechts auch ein symbolisches Einknicken gegenüber der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit in Teilen der Gesellschaft. „Wir sollten hingegen an unseren Werten festhalten und nicht beginnen, die Rechte von Menschen auf der Flucht einzuschränken.“

Hinweis auf die Tagung „Niemand flieht ohne Grund“ am 10. Mai 2016 in Rostock unter http://www.eine-welt-mv.de/veranstaltungen/

Zur Genfer Flüchtlingskonvention im aktuelllen Kontext ein interessantes Dokument des UNHCR: http://www.unhcr.de/no_cache/mandat/genfer-fluechtlingskonvention.html?cid=1790&did=7628&sechash=4330804f

Kontakt: Andrea Krönert
Tel: 0381 20373846 oder 0176 21896861
Krieg und Frieden: Thema der Entwicklungspolitischen Tage 2016 in MV ist gewählt

Rostock, 18.2.2016 Das Thema der Entwicklungspolitischen Tage 2016 in Mecklenburg-Vorpommern steht fest. 70 Organisatorinnen der Entwicklungspolitischen Tage haben sich in einer Online-Abstimmung für „Krieg und Frieden“ als Thema der Veranstaltungsreihe zu globalen Fragen in diesem Herbst entschieden.

„2015 war das Jahr mit den meisten Kriegsflüchtlingen seit Ende des 2. Weltkriegs. Syrien, Ukraine, Mexiko, Südsudan sind nur einige der vielen Konfliktorte in der Welt“, sagt Adelwin Südmersen, Bildungsreferent im Ökohaus Rostock. „Was es dringend braucht, sind neue Strategien zur Auseinandersetzung mit Konflikten und Gewalt. Ich habe das Thema „Krieg und Frieden“ gewählt, weil es vielfältige Möglichkeiten bietet, Entwicklungen einzuordnen, Zusammenhänge zu begreifen und eine Friedenskultur zu fördern.“

Mit dem neuen Thema beginnt nun die thematische Auseinandersetzung in den Gruppen. Bis Juni 2016 wird das zu „Krieg und Frieden“ passende Motto gefunden, im August soll das Programm feststehen. Ein paar Ideen gibt es schon: „Wir wollen auf jeden Fall Jürgen Grässlin, den wohl bekanntesten deutschen Rüstungsgegner zu einer Lesereise durch M-V einladen“, sagt Adelwin Südmersen. „Uns ist wichtig, unsere Mitverantwortung an den kriegerischen Konflikten in der Welt in den Fokus zu nehmen“. Grässlin hat einige Bücher zum Thema Rüstung veröffentlicht und unter anderem den Waffenhersteller Heckler und Koch mit seinen Recherchen zu dessen illegalem Vertrieb von Waffen nach Mexiko in die Enge getrieben.

Neben einer guten, informativen und streitbaren Umsetzung des neu gewählten Themas steht für Andrea Krönert, Sprecherin des Eine-Welt-Landesnetzwerks vor allem der Ausbau der Kooperationen mit den beteiligten Gruppen und Akteuren im Vordergrund. „Wir wollen weiter in die Fläche gehen, noch mehr Veranstaltungen von den beiden Zentren des zivilgesellschaftlichen Engagements in M-V, Rostock und Greifswald, in die kleineren Städte holen und neue Partner gewinnen“, sagt sie.

Unter der Koordination des Eine-Welt-Landesnetzwerks Mecklenburg-Vorpommern machen die Entwicklungspolitischen Tage jeweils im November auf aktuelle entwicklungspolitische Prozesse und globale Themen aufmerksam. Im November 2015 besuchten etwa 6.000 Menschen an 23 Orten in ganz Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 120 Veranstaltungen der Veranstaltungsreihe.

Kontakt:
Andrea Krönert
Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V
0381 20373846

Adelwin Südmersen
Ökohaus Rostock
0381 454409
Zsófia Torma – Migrantinnen durch Selbstorganisation stärken PDF

Rostock, 21.1.2016 Vernetzung hilft dabei, sich in einem fremden Land zurecht zu finden. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zur Zeit fast 50 migrantische Selbstorganisationen, die sich für die Integration und das Zusammenleben von Deutschen und Migrantinnen einsetzen. Zsófia Torma, 29 Jahre alt, ist Eine-Welt-Promotorin und soll ab sofort dafür sorgen, dass diese Vereine sichtbarer werden und besser miteinander kooperieren.

„Ich freue mich darauf, habe aber auch Respekt. Es ist eine Riesenaufgabe“, sagt sie. Denn die Vereine und Initiativen haben sich unterschiedlichen Zielen verschrieben und arbeiten jeweils mit eigenen Strukturen. Drei Beispiele: In Rostock engagiert sich der ursprünglich vor allem vietnamesische Verein Diên Hồng für ein besseres Zusammenleben von Deutschen und Eingewanderten. „Perspektive Deutschland“ ist ein Schweriner Verein, der sich um die Verbesserung der Lebensqualität von pflegebedürftigen alten Menschen mit Migrationshintergrund kümmert. Und der Verein Talide will Latinos in Mecklenburg-Vorpommern die Integration erleichtern.

Zsófia Torma weiß selber, wie es ist, fremd zu sein – sie kommt aus Ungarn, ist Historikerin und lebt seit drei Jahren in Deutschland. „In erster Linie geht es natürlich darum, miteinander in Kontakt zu kommen, aber auch gemeinsame Aktionen zu planen“, sagt sie. Sie gehört zum neunköpfigen Team der „Eine-Welt-Promotorinnen“ in Mecklenburg-Vorpommern, das entwicklungspolitische Themen stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken will. Die neun Promotorinnen teilen sich insgesamt vier Stellen. Um Zsófia Tormas Stelle zu finanzieren, hat jeder von ihnen ein paar Wochenstunden abgegeben. „Die Selbstorganisation der Migranten im Land zu fördern, ist uns sehr wichtig“, sagt Andrea Krönert vom Eine-Welt-Landesnetzwerk und Koordinatorin des Promotorenprogramms. „Die Migrantinnen haben eine gute Einschätzung der Situation in den Ländern, aus denen sie kommen. Wir wollen diesen Stimmen noch mehr Gewicht geben.“

Besonders interessant für die Zusammenarbeit sind für Zsófia Torma darum vor allem die Organisationen, die selber auch entwicklungspolitisch arbeiten. In den nächsten Monaten will sie sich dafür einsetzen, dass es mehr migrantische Bildungsreferentinnen gibt. Also dass Vereine wie Soziale Bildung in Rostock oder Verquer in Greifswald bei ihren entwicklungspolitischen Bildungsangeboten auf Migrantinnen zurückgreifen können. „Wenn dort zukünftig von ausbeuterischen Strukturen in den Wirtschaftsbeziehungen zum Beispiel in der Bekleidungsindustrie die Rede ist – dann wäre es doch toll, wenn das von jemandem vermittelt wird, der weiß, was das für Auswirkungen auf betroffene Länder hat“, sagt Zsófia Torma.

Das Eine-Welt-Promotorinnenprogramm ist gerade in die zweite Runde gegangen. Ab sofort und noch bis Ende 2018 macht das Promotorinnen-Team so etwas wie Lobbyarbeit für die globale Perspektive und setzt sich dafür ein, dass globale Entwicklungen und Probleme mitgedacht werden – auch bei lokalen Entscheidungen.

Eine-Welt-Promotorinnen gibt es in allen Bundesländern. In Mecklenburg-Vorpommern werden die Eine-Welt-Promotorinnen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung finanziert.

Zsofia Torma

Kontakt:
Zsófia Torma
0381 21044015
zsofia.torma@fabro-interkulturell.de
Zsofia Torma
Zweite Runde für Eine-Welt-Promotorinnen in Mecklenburg-Vorpommern PDF

Rostock,11.1.2016 Das Eine-Welt-Promotorinnenprogramm in Mecklenburg-Vorpommern geht in die zweite Runde. Mit etwa vier ganzen Stellen arbeitet ein neunköpfiges Team aus Eine-Welt-Promotorinnen ab sofort und bis Ende 2018 weiter daran, dass in Mecklenburg-Vorpommern die globale Perspektive präsenter wird.

Die erste Phase des Projektes startete 2013 und ist nun ausgelaufen. Neu im Team ist ab sofort Zsófia Torma. Die 29-Jährige wird sich für die Stärkung der migrantischen Selbstorganisationen im Land einsetzen. Um das zu ermöglichen, haben alle anderen Promotorinnen ein paar ihrer Wochenstunden abgegeben. „Die Migrantinnen haben eine gute Einschätzung der Situation in den Ländern, aus denen sie kommen“, sagt Andrea Krönert vom Eine-Welt-Landesnetzwerk, die das Programm im Land koordiniert. „Wir wollen diesen Stimmen noch mehr Gewicht geben.“

Sie freue sich sehr auf die nächsten drei Jahre mit dem Promotorinnenprogramm, sagt Andrea Krönert. „Wir wollen einen Beitrag dafür leisten, Denken und Handeln langfristig so zu verändern, dass globale Entwicklungen und Probleme mitgedacht werden. Auch bei lokalen Entscheidungen. Im Landtag ebenso wie in Vereinen oder Kommunalparlamenten.“ Entwicklungspolitik habe immer noch das Image einer wohlmeinenden Hilfe des überlegenen Nordens an den ohnmächtigen Süden. „Uns geht es viel eher um so etwas wie Weltinnenpolitik“, sagt sie. „Globalisierung heißt, dass alles, was wir hier machen, eine Auswirkung für den Rest der Welt hat – und andersherum.“

Die Eine-Welt-Promotorinnen: Neun Männer und Frauen, die sich insgesamt vier Stellen in drei Regionen im Land teilen. Was sie machen, lässt sich am ehesten mit „Lobbyarbeit für die globale Perspektive“ beschreiben. Diskurse mit gestalten, Strukturen stärken, Kooperationen anregen, Themen einbringen. Besonders offensichtlich wird ihre Arbeit immer im November, wenn die Entwicklungspolitischen Tage mit einem Veranstaltungsmarathon auf entwicklungspolitische Themen und Ziele hinweisen. Im letzten Jahr gab es 120 Veranstaltungen im ganzen Land. Theateraufführungen zur Willkommenskultur, eine Müllsammelaktion am Strand, Kunstprojekte zu Protestformen, einen Vortrag über ein Hilfsprojekt im Norden von Syrien. Fast immer haben die Themen einen Bezug zu Mecklenburg-Vorpommern.

Aber auch außerhalb der EP-Tage sind die Promotorinnen dabei, die Verknüpfungen zwischen uns und dem Rest der Welt sichtbarer zu machen. So geht es bei einer der Stellen darum, die Idee der nachhaltigen Beschaffung zu verbreiten. Das Ziel: Die Waren, die von der öffentlichen Hand in Mecklenburg-Vorpommern angeschafft werden, von der Bekleidung über IT-Geräte bis zum Druckerpapier, sollen nachhaltig sein. Also aus fairem Handel kommen und ökologisch produziert sein. Andere Promotorinnen geben Inputs und rufen vor allem Lehrerinnen und Lehrern die globalen Themen ins Bewusstsein.

Eine-Welt-Promotorinnen gibt es in allen Bundesländern. In Mecklenburg-Vorpommern werden die Promotorinnen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung und dem Land finanziert.


Die Eine-Welt-Promotorinnen in M-V 2016-2018
© Patrice Jaeger