Nachhaltigkeit genießen: fair plus regional

Apfel-Mango-Saft. Zwei Früchte. Eine Welt.

Der Faire Handel ist ein Schwerpunktthema in der entwicklungspolitischen Arbeit des Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V. Zur Unterstützung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades startete das Netzwerk im Dezember 2005 die Landeskampagne "Nachhaltigkeit genießen" mit einem fairen und regionalen Apfel-Mango-Saft.

Speziell für diese Kampagne wurde ein öffentlichkeitswirksames Erscheinungsbild entworfen, das alle Partner unter der Dachmarke "fair plus regional" vereint. Der Slogan ist wörtlich zu nehmen. Der neue Saft besteht aus regionalen Äpfeln und fair gehandeltem Mangopüree. Die Mischung aus puren und chemisch unbehandelten Früchten ist besonderes köstlich und gesund. Gleichzeitig fördert er die nachhaltige Entwicklung zweier Regionen und steht beispielgebend für die Möglichkeit einer wirtschaftlichen und fairen Zusammenarbeit. Für diese sinnvolle Idee erhielt der erste Apfel-Mango-Saft aus der Region Ravensburg 2002 den durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgelobten Preis "global vernetzt - lokal aktiv". Inzwischen laufen bundesweit fast 50 ähnliche Projekte. Einen landesweit einheitlichen Auftritt gibt allerdings nur in Mecklenburg-Vorpommern.

Das verwendete Mangopüree stammt aus kontrolliertem Anbau auf den Philippinen und wird von PREDA, einer philippinischen Entwicklungsorganisation vermarktet. PREDA ist die Abkürzung für "Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance Foundation", sinngemäß übersetzt mit "Stiftung, die Menschen hilft, zu genesen, selbstständig zu werden und sich zu entwickeln". PREDA leistet seit über 30 Jahren auf den Philippinen wertvolle Arbeit mit Hilfsprojekten für Opfer von Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Gründer von PREDA ist der irische Priester und Menschenrechtspreisträger Shay Cullen, der mit Mut und Entschlossenheit gegen Armut und deren Folgen wie Kinderprostitution und Landflucht kämpft. Dieser Kampf kann aber nur gewonnen werden, wenn sich die Lebensbedingungen der Menschen auf den Philippinen nachhaltig verbessern.

Die faire Vermarktung der Mangos spielt eine entscheidende Rolle bei der Existenzsicherung der Kleinbauern und ihrer Familien. Die alternative Handelsorganisation Dritte-Welt-Partner (dwp) Ravensburg importiert das Mango-Püree zu fairen Preisen von philippinischen Kleinbauern. Wesentlich sind dabei eine langfristige Zusammenarbeit, vielfältige Beratung und stabile Abnahmepreise, die deutlich über dem Weltmarktniveau liegen. Darüber hinaus unterstützt der Faire Handel soziale Projekte und fördert ökologische Produktionsweisen.

Die Zusammenarbeit mit regionalen Mostereien und die prinzipielle Herkunftsgarantie der verwendeten Äpfel bilden die Garantie für den Erfolg des Projekts. Grundsätzlich sollen die Mostereien neben dem fairen Mango-Püree nur Most aus Äpfeln der Region für diesen Saft verwenden. Gerade kleinere und mittlere Mostereien, die im Lohnmostbereich arbeiten, erfüllen diese Voraussetzung. So kann dieser spezielle Saft in jeder Region des Landes hergestellt werden und darf dann zu Recht den Zusatz "regional" tragen.

Bisher erzeugen zwei Mostereien in Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit dwp Ravensburg einen Apfel-Mango-Saft und vermarkten ihn über ihre Vertriebswege.

Die Mosterei Satow, deren Produkte von Schwerin über Rostock bis nach Ribnitz-Damgarten in den Supermärkten stehen, verkaufte bereits in den ersten zwei Monaten 4.000 Liter des köstlichen Saftes und zwar nur in ihrer eigenen Verkaufstelle. Damit wurden alle Erwartungen übertroffen. Nun wird sie den neuen Saft noch im ersten Quartal des Jahres ihrem Sortiment in den Supermärkten hinzufügen. Schon jetzt haben die Welt-Läden in Schwerin und Rostock den fairen und regionalen Apfel-Mango-Saft in ihrem Angebot.

Der Verein Gutshaus Hermannshagen widmet sich unter anderem der Streuobstpflege und stellt mit seiner mobilen Apfelpresse einen besonderen Saft her, der sich hervorragend für die Verarbeitung zu Apfel-Mango-Saft eignet. Die Drei-Liter-Kartons, die im Rahmen des Projektes "fair plus regional" entstanden sind, verkauft der Verein auf Wochenmärkten oder direkt bei sich in Hermannshagen.

Die Landeskampagne läuft noch bis Ende 2006. Innerhalb dieser Zeit will das Netzwerk noch weitere Partner und Multiplikatoren zu gewinnen.

Das Projekt "fair plus regional" wird vom Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern, aus Erträgen der Umweltlotterie Bingo, vom Evangelischen Entwicklungsdienstes, von der Hansestadt Rostock und der Stiftung Nord-Süd-Brücken gefördert.

Für die Umsetzung des Projektes "Nachhaltigkeit genießen" engagieren sich ein ehrenamtlicher Trägerkreis und eine hauptamtliche Koordinationsstelle.

Auf Rückfragen und über Unterstützung freuen wir uns.

Ansprechpartner ist Sylke Klemm.
Mail: klemm@eine-welt-mv.de

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Weiterverarbeitung der Früchte zu Mango-Püree
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