Ziele für Nachhaltige Entwicklung

Sustainable Development Goals (SDGs)

 

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 und damit auch die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs). Mit ihnen haben die Regierungen den globalen Rahmen für die Nachhaltigkeitspolitik der kommenden 15 Jahre abgesteckt. Bereits mit dem Titel der Transformation unserer Welt signalisieren die Regierungen den Anspruch, dass die Agenda grundlegende Veränderungen in Politik und Gesellschaft anstoßen soll. Sie sprechen von einer „äußerst ambitionierten und transformativen Vision“ und einer Agenda „von beispielloser Reichweite und Bedeutung.“

Erstmals werden mit globalen Entwicklungszielen alle UN-Mitgliedsstaaten, also auch hoch industrialisierte Staaten, erfasst – aus unserer Sicht ein überfälliger Schritt, da hierzulande sehr viele Maßnahmen getroffen werden können und sollten, die gloabe Ungerechtigkeiten verringern oder beseitigen. Gleichermaßen gibt es auch in unseren Breiten noch sehr viel zu tun, um soziale Gerechtigkeit zwischen den Bevölkerungsschichten, den Generationen, den Regionen herzustellen.

Während die SDGs vor allem staatliche Akteur*innen adressieren (sehr gute Analyse des Global Policy Forum hier) und mit klaren Indikatoren das staatliche Handeln im Sinne der SDGs messen, gibt es auch für uns als Privatpersonen viele Möglichkeiten, einen Beitrag zu deren Umsetzung zu leisten. Hier gibt es eine unfangreiche Materialiensammlung vom Projekthof Karnitz e.V. Und Ökohaus e.V. Rostock, Mitglied des Eine-Welt-Landesnetzwerks, hat zu individuellen Handlungsmöglichkeiten einige Ideen zusammengestellt:

SDGs – Was kann ich selber tun?

Dir fallen für Deine Region gute Aktivitäten ein? Dann nichts wie ran an den Rechner und eine Mail schreiben: schwartz@eine-welt-mv.de

1. Armut beenden

Der Film „Human“, von Yann Arthus Bertrand (2015) bietet Porträts und Interviews über Sorgen, Hoffnungen, Bedürfnisse, Wünsche von Menschen aus aller Welt, Film hier frei verfügbar

2. Ernährung sichern

Mach mit bei der Solidarischen Landwirtschaft „Bunte Höfe“ (hier) oder bestell dir deine Gemüsekiste bei der Feldrandkultur (hier). Du bekommst nicht nur megafrisches Gemüse, sondern unterstützt auch kleinbäuerliche Bauernhöfe, die auf Pestizide verzichten und mit einer vielfältigen Fruchtfolge zu einem dauerhaften Humusaufbau beitragen.

3. Gesundes Leben für alle

Das Rostocker Medinetz e.V. ist ein vielfältiges Netzwerk von Studierenden, Ärztinnen und Ärzten und weiteren engagierten Menschen. Die Gruppe ermöglicht Menschen, die ohne geklärten Aufenthaltsstatus in Rostock leben, eine medizinische Versorgung. Du kannst das Medinetz auf vielfältige Weise ehrenamtlich unterstützen: Menschen betreuen, Sprechstunden abhalten, Projekte vorbereiten und vieles andere mehr. Lust bekommen? Schreib eine Mail an: medinetz.rostock@googlemail.com

4. Bildung für alle

Werde Multiplikator*in für entwicklungspolitische Bildung und führe eigene Projekttage mit Schulklassen zu globaler Gerechtigkeit durch. Mehr Infos hier (Greifswald) und hier (Rostock).

5. Gleichstellung der Geschlechter

Mach mit bei der Kampagne “Wer braucht Feminismus?” Ziel ist es, den Begriff Feminismus mit Inhalten zu füllen und ihm ein Gesicht zu geben. Wir möchten alle ermuntern, eine eigene Definition von Feminismus zu entwickeln und mit allen zu teilen. Hier geht es zur Kampagne.

6. Wasser und Sanitärversorgung für alle

Die Idee ist simpel: Wasser auffüllen in allen Läden mit dem Refill-Aufkleber an der Tür. Der Hintergrund ist erschreckend: Die Menschheit kauft jede Minute eine Million Plastikflaschen. Weniger als die Hälfte davon wird recycelt. Viele dieser Flaschen landen auf Mülldeponien oder in den Ozeanen. Refill hilft Plastik-Müll zu vermeiden. Die Initative gibt es jetzt ganz neu in Greifswald. Gründe eine Refill-Initiative für Rostock! Hier gibt’s Inspirationen von der Facebook-Seite von Refill-Greifswald.

7. Nachhaltige und moderne Energie für alle

Atomstrom – alter Hut? Leider nein, denn noch immer laufen etliche AKWs in Deutschland und produzieren Atommüll, für den es nirgends einen sicheres Lager gibt. Was kannst du tun? Wechsle deinen Stromanbieter zu einem der vier seriösen Anbieter, die weder auf Atom noch auf Kohle setzen. Du trägst somit dazu bei, dass dezentrale und lokale Erneuerbare Energien entstehen. Informiere Dich hier.

8. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle

Wirtschaft ist Produktion, Lohnarbeit und der Finanzmarkt – oder? Nein: Wirtschaft umfasst die Gesamtheit aller Arbeiten, eingeschlossen Kochen, Putzen, Waschen, die Begleitung von Kindern und das Sorgen für Pflegebedürftige. Doch für diese alltäglichen lebensnotwendigen Tätigkeiten fehlen heute oft die Zeit und das Geld. Um die Gesellschaft lebensfreundlicher zu gestalten, müssen wir diese Sorge-Arbeiten (Care) ins Zentrum des Wirtschaftens stellen. Gerecht verteilt. Unter fairen Bedingungen. Vertiefende Infos gibt es hier.

9. Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung

Viele Produkte haben eingebaute Fehler – man nennt es auch geplante Obsoleszenz. Das ist nicht nachhaltig, aber gut für die Verkaufszahlen. Und was nun? In vielen Städten gibt es Repair-Cafés, in denen Tüftler*innen sich gegenseitig helfen, kaputte Dinge wieder zu reparieren – Fahrräder, Lampen und PCs. Einfach einpacken, zum Repair-Café und selber reparieren. Links dazu:
Netzwerk Reparatur-Initiativen: hier, Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt Rostock: hier, PC-Werkstatt Rostock: hier

10. Ungleichheit verringern

Wusstest Du, dass Geflüchtete in Deutschland Sozialleistungen weit unter dem Hartz IV-Niveau erhalten? Da bleibt kein Geld für kulturelle Aktivitäten. Werde aktiv z.B. bei Rostock hilft und organisiere Feste, nimm an Begegnungen teil oder lade einen geflüchteten Menschen zu einem Konzert ein. Sei Teil einer offenen Gesellschaft. Zu Rostock hilft geht es hier.

11. Nachhaltige Städte und Siedlungen

Hast Du Ideen für mehr Nachhaltigkeit in Mecklenburg-Vorpommern? Peu à peu trauen sich viele Kommunen, bei Planungsprozessen auch Bürgerbeteiligung zu zulassen. Wenn es wieder so weit ist, mach mit! In Rostock kannst Du z.B. hier über das städtische Portal Klarschiff der Stadt auch Probleme aufzeigen, wie z.B. „Hilfe, hier fehlt ein Radweg.“

12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen

Es lohnt sich, fair gehandelte Produkte im Weltladen zu kaufen, weil der Verkauf fair gehandelter Produkte das Leben für die Produzent*innen verbessert. Im Weltladen selbst arbeiten alle Menschen ehrenamtlich. Neue Mitstreiter*innen sind stets willkommen. Alle Weltläden in M-V findest Du hier.

13. Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen

Werde Teil der Bewegung, die täglich aufs Fahrrad steigt und für gute Luft in deiner Stadt sorgt. In Rostock kannst Du Dir hier für Kinder oder schwere Gegenstände auch ein Lastenrad ausleihen.

14. Ozeane erhalten

Unsere Meere, Flüsse und Seen leiden unter der Plastikverschmutzung. Viele Tiere verwechseln das Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung. Melde Müll, räum ihn weg, vermeide Plastik und schütze so unsere einzigartige Natur. Werde Gewässerretter! Infos gibt’s hier.
Freiwillige säubern Küsten und Flussufer – Das passiert einmal jährlich beim Clean Coastal Day auch in M-V. Den nächsten Termin erfährst Du hier.

15. Landökosysteme schützen

Wie hängt Ernährungssouveränität mit Sortenvielfalt zusammen? Schau hier den kurzen Fernsehbeitrag „Im Land der 1 000 Kartoffeln“ und unterstütze hier die Saatgutbank der Europäischen Kooperative Longo Maï Ulenkrug bei Dargun.

16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Endlich angekommen an einem sicheren Ort, an dem sie nicht um ihr Leben bangen müssen, sehen sich Geflüchtete mit einer Flut an bürokratischen Hürden konfrontiert: Aufenthaltsgenehmigung, Asylantrag, Krankenversicherung, Asylbewerberleistungsgesetz. Die Asylgesetzgebung ist extrem komplex und in ständiger Veränderung begriffen. Der neugegründete Verein Pro Bleiberecht MV e.V. unterstützt Geflüchtete durch Öffentlichkeitsarbeit und politische Bildungsarbeit. Neue Mitstreiter*innen sind stets willkommen. Auch Geldspenden sind gut investiert. Informationen findest Du hier.

17. Umsetzungsmittel und globale Partnerschaft stärken

Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA und „EU-Partnerschaftsabkommen“ sind meist zum Nachteil der Bevölkerungen in den Ländern des Südens. Jedes Handelsabkommen sollte als Umsetzungsdokument von geltenden Umwelt- oder Menschenrechtsabkommen gelten. Internationale Spekulationen mit Gemeingütern wie Lebensmitteln oder Land gehören verboten, Steuern von Unternehmen oder reichen Einzelpersonen sollten nicht ungestraft im Ausland deponiert werden können. Was kannst Du tun? Durch die TTIP-Proteste haben sich zahlreiche Gruppen wie der BUND mit dem Themenkomplex auseinandergesetzt und organisieren regelmäßig Vorträge und andere Aktivitäten. Werde Teil der Bewegung z.B. hier.